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Herzlich Willkommen

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Als Willkommen haben wir unserer neuen Priorin Sr. Maria einen Grill geschenkt. 

Eh klar, dass er möglichst bald eingeweiht werden musste. Das Wetter war dafĂŒr heute Abend perfekt und wir genossen einen wunderbaren Abend in unserem Klostergarten. Jetzt hoffen wir auf einen langen Sommer, um noch möglichst oft im Garten essen zu können. Das ist so schön und wir genießen die entspannte AtmosphĂ€re. Da kann man auch schonmal ein FlĂ€schen Malzbier in der SchĂŒrzentasche abtransportieren.

Sr. Kerstin-Marie

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Translatio

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The death of St. Dominic (fra Angelico)
The death of St. Dominic (fra Angelico)

Heute feiern wir das Fest der Übertragung der Gebeine des hl. Dominikus. Zwölf Jahre nach seinem Tod betteten ihn die BrĂŒder um in ein neues Grab, das ihnen wĂŒrdiger erschien.

Der Ordensmeister, fr. Bruno CadorĂ© schreibt dazu: "Der hl. Dominikus wollte zu FĂŒĂŸen seiner BrĂŒder beerdigt werden. Das ist auf der einen Seite ein Zeichen seiner Demut: in der Mitte seiner BrĂŒder als ein Diener der Einheit der Gemeinschaft. Das war der Ort, an dem er beigesetzt werden wollte, der versprochen hatte, weiterhin FĂŒrsprache fĂŒr seine BrĂŒder einzulegen bei Gott. Wenn man bedenkt, dass die Menschen im Mittelalter in der NĂ€he der AltĂ€re, in denen die Reliquien der Heiligen waren, beerdigt werden wollten, dann war der Ort der Heiligkeit fĂŒr Dominikus die Gemeinschaft seiner BrĂŒder."

Somit bekommt das vielleicht ein bisschen merkwĂŒrdig anmutende Fest eine wunderbare Bedeutung: In besonderer Weise werden wir durch Dominikus daran erinnert, wie wichtig die Gemeinschaft ist und wie sehr wir sie pflegen sollen. 

FĂŒr uns in Oberhausen ist es heute ein ganz besonderer Festtag, denn wir freuen uns heute auf eine neue Priorin. Denn auch wenn jede Schwester ihren Beitrag zur gelungen Gemeinschaft leistet, hat doch die Priorin einen besonderen Dienst fĂŒr das Miteinander. Sie gestaltet die AtmosphĂ€re, sie bringt Schwestern zusammen, die sich unter UmstĂ€nden schwer tun, sie hört die Sorgen und Nöte, aber auch die Freuden der einzelnen an.

So freuen wir uns heute auf unsere Dienerin der Einheit der Gemeinschaft und wĂŒnschen allen einen frohen Festtag.

Sr. Kerstin-Marie

 

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Angekommen im Jahreskreis

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Seit gestern sind wir wieder angekommen im Jahreskreis. FĂŒr mich ist das immer eine besondere Zeit: Die festliche Osterzeit, die wir krĂ€ftig gefeiert haben, ist vorbei, der Sommer noch nicht richtig da. Aber irgendwie streckt er seine FĂŒhler aus.

Irgendwie wird es, zumindest gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig, wieder etwas ruhiger. Werfe ich einen Blick in meinen Kalender, stimmt das zwar nur bedingt, aber vielleicht hat es auch mehr mit der Liturgie zu tun: Seit gestern singen wir wieder die Psalmen, Hymnen und Antiphon aus dem normalen Vierwochenrhythmus. Die sind mir inzwischen so bekannt, dass ich mich einfach fallenlassen kann und mich nicht auf jede Note voll konzentrieren muss. Die Kirche ist auch wieder "jahreskreislich" gestaltet und vielleicht bewirkt das so ein GefĂŒhl von Entspannung. 

Die Vorbereitung auf das Osterfest in der Fastenzeit war gut, die Osterzeit selber haben wir hier in Oberhausen in vollen ZĂŒgen genossen und sind jetzt vielleicht einfach feiersatt. NatĂŒrlich gibt es noch verschiedene Feste zu feiern, aber ich denke jetzt an heiße Sommertage, in denen alle von der Sonne verwöhnt werden. FerienplĂ€ne werden geschmiedet und der Garten mit Sonnenschirmen ausgerĂŒstet. Wir freuen uns auf und ĂŒber leckere Erdbeeren und lange, laue SommernĂ€chte.

So ist diese Zeit so kurz nach Ostern auch eine Zeit der Vorfreude. Und das ist ja die schönste Freude. Von daher freue ich mich an dieser Zeit und genieße sie. Und vielleicht trĂ€gt die gefĂŒhlte Ruhe ja auch dazu bei, hĂ€ufiger etwas im Blog zu schreiben.

Sr. Kerstin-Marie

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Cantus firmus

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Bild: Begegnung - Sr. Ruth Nussbaumer, Kloster Eschenbach CH
Bild: Begegnung - Sr. Ruth Nussbaumer, Kloster Eschenbach CH

Ansprache von Sr. M. Scholastika zur Professerneuerung von Sr. M. Johanna

 

Liebe Schwester M. Johanna, liebe Schwestern,

aus der Musik kennen wir den Begriff des cantus firmus: er ist eine festgelegte Melodie, die von anderen Stimmen umspielt wird, ohne selbst dabei groß verĂ€ndert zu werden. Gleichsam ranken sich die anderen Melodien kunstvoll um diesen einen feststehenden Gesang. Der cantus firmus ist ein Bild, das Dietrich Bonhoeffer in einem Brief an seinen Freund Eberhard Bethge aufgriff:

„Gott und seine Ewigkeit will von ganzem Herzen geliebt sein, nicht so, dass darunter die irdische Liebe beeintrĂ€chtigt oder geschwĂ€cht wĂŒrde, aber gewissermaßen als cantus firmus, zu dem die anderen Stimmen des Lebens als Kontrapunkt erklingen 
“

In unserem Leben als Ordensfrauen geht es um diese eine Liebe. Sie ist es, in der wir uns bejahen können, uns selbst und einander gegenseitig. Sie ist es, die uns vergeben lĂ€sst, die uns dankbar macht und aus der wir die wahre FĂŒlle empfangen. Sie ist es, die uns den Weg in die Gemeinschaft gehen lĂ€sst. Sie ist es auch, liebe Schwester M. Johanna, die Dich morgen bewegt, erneut JA zu sagen zu unserer Lebensform, in der wir uns unaufhörlich ĂŒben, Gott die erste Stelle in unserem Leben zu geben und aus IHM mehr und mehr zu leben. Es ist die Liebe, die uns frei werden lĂ€sst fĂŒr die Hingabe, die allein tiefes, bleibendes GlĂŒck schenkt.

Die Religiosenkongregation [1] hat zum Abschluss des Jahres der Orden noch einmal einen schriftlichen Punkt gesetzt. Grundlage dieser Schrift ist das Hohelied im Alten Testament. Es sind uns bekannte Verse: „Auf den Gassen und PlĂ€tzen will ich ihn suchen, den meine Seele liebt!“ Wir Ordenschristen sind leidenschaftliche Gottsucherinnen und Gottsucher: wir haben ihn nicht, wie viele Menschen meinen. Es bleibt eine zuweilen auch mĂŒhevolle Herausforderung, stets und stĂ€ndig Ausschau zu halten nach IHM und bei IHM zu bleiben, oder wie es Kaplan Toth heute Morgen in der Hl. Messe ausgedrĂŒckt hat, seine NĂ€he zuzulassen und sie auch auszuhalten. Und mich bewegt in diesen Tagen der Passion, was es heißt bei IHM zu bleiben, ihm nachzugehen in allen BedrĂ€ngnissen: gestern und heute hörten wir im Evangelium, wie seine Gegner Jesus steinigten wollten, er sich ihnen jedoch entzog und sich verbarg. Was es dann heißt, in diesen Stunden bei IHM zu bleiben, IHN mitten in allen Ängsten um das eigene Leben, durch alle Hindernisse hindurch, die uns verwunden lassen, zu suchen und bei IHM zu bleiben.Lieben bedeutet die Bereitschaft, den tĂ€glichen Lernprozess der Suche zu durchlaufen.

Die Dynamik der Suche zeigt, dass niemand sich selbst genĂŒgt. Sie ruft uns in einen Exodus, der uns in die Tiefen unserer selbst fĂŒhrt. Die Liebe im Hohelied zeigt sich auch mĂŒhevoll suchend; sie wird nicht idealisiert, sondern besungen im Bewusstsein ihrer Krisen und möglichen Verirrungen. Die Suche lĂ€sst uns aufbrechen, immer und immer wieder neu, sie mutet uns auch die Dunkelheit der Nacht zu. Nacht bedeutet, die Abwesenheit aushalten, bedeutet, das Fernsein dessen aushalten, den die Seele liebt. So drĂŒcken es die Verse im Hohelied aus: die Braut auf dem Lager sucht ihren Geliebten, aber er ist nicht da. Er MUSS gesucht werden - auf den Gassen und PlĂ€tzen. Allen Gefahren der Nacht trotzend, verzehrt vom Verlangen, ihn wieder in die Arme schließen zu dĂŒrfen, stellt die Braut die ewige Frage: Habt ihr ihn gesehen, den meine Seele liebt? Diese Frage ist wie eine Wunde. Die Braut macht sich auf die Suche, und alleingelassen in der Nacht wird sie von den WĂ€chtern der Mauern entdeckt, geschlagen, verwundet und ihres Mantels beraubt. Und dann nicht aufzugeben. Was das heißt!

Was das heißt, in diesem eigenen Angefochtensein der Liebe Raum zu geben, die grĂ¶ĂŸer ist als alle Angst. Wer den Winter der Einsamkeit kennt, vielleicht im Alter mehr als in jungen Jahren weiß, was FrĂŒhling bedeuten kann, wenn die Begegnung mit dem Herrn endlich wieder zarte Knospen trĂ€gt. Exerzitien wollen uns in dieses innere BlĂŒhen hineinstellen. Unsere Bereitschaft dafĂŒr ist die eine Seite, das Knospen jedoch ist das Wirken GOTTES. Die NĂ€he zum Herrn, die wir existenziell zulassen, vermag unser Herz zu wandeln. Die Liebe verĂ€ndert uns, sie macht uns anders, es wĂ€chst eine neue Zugehörigkeit, die uns von anderen AbhĂ€ngigkeiten wegbringen kann. Zum Suchen gehört das Finden. Was heißt aber Finden?

Papst Franziskus gibt der FĂ€higkeit des Staunens Gewicht, die FĂ€higkeit, in die Stille hineinzuhorchen und das SĂ€useln zu hören, in dem GOTT zu uns spricht. Er offenbart sich in der konkreten Wirklichkeit, daher rĂ€t uns Papst Franziskus, uns nicht zu verschließen, nicht vor dem zu fliehen, was wir nicht verstehen, nicht vor den Grenzen, die uns gesetzt sind, nicht vor den Schwierigkeiten, die zum Leben gehören, die Augen zu verschließen, sie nicht zu leugnen. Er ermutigt uns, ĂŒber die eigenen Sicherheiten, ĂŒber die TrĂ€gheit und GleichgĂŒltigkeit, die uns bremsen, hinauszugehen und sich auf die Suche der Wahrheit, der Schönheit und der Liebe zu begeben. Die NĂ€he zum Herrn öffnet uns die Augen des Herzens, damit wir die PrĂ€senz GOTTES in den Begegnungen, die wir uns oft in einer Gemeinschaft nicht aussuchen können, entdecken, dass wir IHN aufspĂŒren in den konkreten Stunden des Alltags, in den Ereignissen, in die wir hineingestellt sind. Das Leben wird dann nicht zum Hindernis auf GOTT hin, sondern es wird zum Ort GOTTES, zum Ort der Liebe und des Erbarmens, gleichsam zum Haus, in dem Freundschaft gelebt wird. Auch dies ist unsere Aufgabe, die uns anvertraut ist: in unserer Zeit Zeugnis abzulegen dafĂŒr, dass GOTT GlĂŒck bedeutet, ErfĂŒllung unserer tiefsten SehnsĂŒchte. Die Liebe kennt keine ZwĂ€nge, keine Befehle, die uns auferlegt werden, sie ist Freiheit in Gebundenheit. Wir bauen unser Leben nicht auf Regeln, sondern da ist diese Ekstase, dieses Hingerissensein, das uns wegruft von Sicherheiten und Gewohnten, weg von festen Vorstellungen, damit uns das Leben neu gezeigt werden kann. Wir sind Herausgerufene, in Bewegung Gesetzte, um unser Leben tiefer als ein Leben in Gemeinschaft verstehen. In der Liebe wird das Wunder wach: „ich fĂŒr Dich - Du fĂŒr mich“. Und in dieser Gegenseitigkeit wĂ€chst Gemeinschaft. Sie ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, die zur Gewohnheit wird, sondern sie bedeutet immer neuer Auftrag. Ein geistliches Leben zu pflegen, darf nicht zu einem Dasein fĂŒhren, das zwischen Himmel und Erde hĂ€ngt, sondern zu einem Leben, das in der demĂŒtigen NĂ€he zu GOTT und in der aufrichtigen Empathie unserm NĂ€chsten gegenĂŒber ein gelĂ€utertes Dasein schafft. GOTTES Liebe ist der cantus firmus in allem: unsere Aufgaben, alle Dinge, mit denen wir Tag fĂŒr Tag umgehen, sind hin geordnet auf diese eine Liebe hin. Wir werden befreit vom Habenwollen, vom Besitzenwollen. Sie zeigt sich in einem diskretes Zuneigem. Papst Benedikt schreibt in einer Predigt:

Um wirklich mit einem anderen Menschen zu kommunizieren, muss ich ihn kennen, in der Stille seiner NÀhe stehen können, ihm zuhören, auf ihn mit Liebe blicken. Die wahre Freundschaft lebt von der Gegenseitigkeit der Blicke, von Momenten der Stille voller Achtung und Ehrfurcht, so dass die Begegnung in der Tiefe erlebt wird, persönlich und nicht oberflÀchlich.

Wir brauchen einander als Gemeinschaft mehr und mehr; wir brauchen voneinander die Geduld, die Akzeptanz des Anderseins einer jeden, wir brauchen das gegenseitige Freigeben. Dies vermögen wir nur aus diesem cantus firmus der Liebe GOTTES.

 

Und Dir, liebe Schwester M. Johanna, sind Freundschaften ganz wichtig. Du willst Zeit haben fĂŒr Menschen: sind RĂ€ume der Begegnung gegeben, siehst Du sie als großes Geschenk. Auch diese Freundschaften bekommen ihre gesunde Relation nur aus dieser Liebe zu GOTT.

Darum lege ich Dir diesen cantus firmus ans Herz. Lerne den Rhythmus und die Melodie der Liebe unseres GOTTES. Halte Dir in Deinen jungen Jahren des Ordenslebens RĂ€ume der Stille frei fĂŒr Deinen Herrn, lass Deine Zelle, Deine Aufgaben, seien sie zurzeit auch noch etwas unstrukturiert, Deine Begegnungen eingetaucht sein in der liebenden Gegenwart GOTTES. Und geh Du, nein – besser gehen wir alle in die Schule der Liebe. Bleiben wir SchĂŒlerinnen.

 

[1] Zitate und Impulse aus der Schrift: Kongregation fĂŒr die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens, Betrachtet. An die geweihten MĂ€nner und Frauen auf den Spuren der Schönheit, zum Jahr des geweihten Lebens, Vatikan 2016

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Lebenszeichen

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Zeichen schauen wir nun,

Irdisches wird zum Bilde hier;

denn das kreisende Jahr

lÀsst nach des Winters Frost und Nacht

den FrĂŒhling die Erde fĂŒr Ostern bereiten.

(aus einem Laudes-Hymnus)

 

Ja, der Winter blĂ€ht sich nochmal mĂ€chtig auf in diesen Tagen und lĂ€sst seine Muskeln spielen. WĂ€hrend die Sehnsucht nach wĂ€rmender FrĂŒhlingssonne und aufblĂŒhendem Leben Tag fĂŒr Tag grĂ¶ĂŸer wird, entwöhnt uns die Natur derzeit mit eisigem Wind und heftigem Schneegestöber. In diesem Jahr - so scheint es - hat der FrĂŒhling noch eine ganze Menge zu tun, wenn er die Erde noch fĂŒr Ostern bereiten will... Und doch - als ich am Wochenende dem unwirtlichen Wetter trotzte und ganz tapfer eine Runde durch unseren Garten drehte, staunte ich nicht schlecht, dass sich bei genauem Hinschauen an fast jedem Baum und Strauch bereits das neue Leben Bahn bricht.

Vielleicht können diese kleinen Zeichen uns in den kommenden Tagen der Vorbereitung auf das Osterfest dabei helfen, unseren Blick im Alltag einmal ganz bewusst nicht auf die vielen lebensbehindernden Widrigkeiten zu richten, mit denen wir alle immer wieder zu kĂ€mpfen zu haben, sondern das junge GrĂŒn aufzuspĂŒren, welches sich mitten im lebensfeindlichen Milieu entfaltet und uns vertrauen lĂ€sst, dass es am Ende ja doch nur einen Sieger geben wird: Das Leben.

Sr. M. Ursula

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die Umstehenden verstehen nicht...

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Manchmal

im Leben Àndert sich etwas

ganz schnell, ganz schnell,

von einem

Augenblick zum anderen.

Dein Herz erschrecke nicht.

Unbemerkt

hat es sich lÀngst abgelegt,

das Neue,

mitten im

Alten hat es begonnen,

unbemerkt, unbewusst.

Der Schmerz des Alten war nötig,

um das Neue hervorkommen zu lassen.

Das sind die besonderen Lichtzeichen im Leben,

die selten sind und kostbar.

 

 

Die Umstehenden verstehen es nicht,

brauchen Zeit, um zu sehen,

was geschehen ist.

Du aber

lasse dich ganz ein auf das,

was geschieht.

Gehe mutig

und froh voran.

 

In dieser besonderen Zeit

kannst du nichts falsch machen,

denn denen solches geschieht,

die stehen unter dem besonderen Schutz

der anderen Welt aus Liebe und Licht.

Aus: Altes hebrÀisches Ritualbuch, Kap. 2, Text 13

 

In der vergangenen Woche habe ich mit unseren beiden Novizinnen wieder einmal an einer Noviziatswerkwoche in Horrem teilgenommen. FĂŒnf ganze Tage waren uns geschenkt, in denen wir uns in einer sehr offenen Gruppe intensiv mit Heilungs- und Nichtheilungsgeschichten im Neuen Testament auseinandergesetzt haben. Die Alt- und Neutestamentlerin Anneliese Hecht vom Katholischen Bibelwerk fĂŒhrte uns auf methodisch vielfĂ€ltige und ansprechende Weise in die Texte ein, so dass diese Tage fĂŒr uns alle zu einer sehr tiefen, heilsamen Erfahrung wurden.

Obwohl ich all diese Heilungsgeschichten schon viele Male fĂŒr mich selbst betrachtet und meditiert hatte, gab es in dieser Woche ein Motiv, das sich fĂŒr mich wie ein roter Faden durchzog und mir vorher nie derart krass aufgefallen war: Die Rolle des Umfeldes, in dem die Heilungen geschehen. Nicht selten ist dieses Umfeld nĂ€mlich alles andere als lebensfreundlich: Oft wird von einer großen Schar berichtet, mit der Jesus

durch die Lande zog, und meist gibt es da gar kein Herankommen an Jesus vor lauter GedrĂ€nge. Ab und zu sind auch die PharisĂ€er im Spiel, die regelrecht darauf lauern, dass Jesus den Fehler macht, am Sabbat zu heilen, damit sie einen Grund zur Anklage gegen ihn finden. Man kann sich sehr leicht ausmalen, dass das weder fĂŒr Jesus, noch fĂŒr den zu Heilenden besonders angenehme BegleitumstĂ€nde sind
 Wir können uns dieses GewĂŒhle von Menschen wahrscheinlich gar nicht chaotisch genug vorstellen, und umso mehr berĂŒhrt es mich, wie Jesus in all diesen Situationen DA ist, wie er mit einer ungeheuren SpĂŒrigkeit genau wahrnimmt, was jetzt in diesem Augenblick zu tun ist. Da ist kein blinder

Aktionismus, kein einfaches Abfertigen von Menschenmassen, um durch möglichst viele Wunder möglichst viele zu beeindrucken – nein, er wird den Menschen, die in einem bestimmten Augenblick zu seinen NĂ€chsten werden, in tiefster Weise gerecht.

Besonders beeindruckend kommt mir das bei der Heilung der blutflĂŒssigen Frau (Mk 5,21-43) entgegen, in einer Situation, in der Jesus regelrecht in „Heilungsstress“ gerĂ€t. Eigentlich ist er ja – umgegeben von einer riesigen Schar Menschen – auf dem Weg zur totkranken

Tochter des Jairus, als sich da plötzlich von hinten eine Frau an ihn heranschleicht, die in der BerĂŒhrung seines Gewandes ihre letzte Rettung sieht. Inmitten dieses GetĂŒmmels spĂŒrt Jesus, dass eine Kraft von ihm ausgeht, und seine Frage, wer ihn denn berĂŒhrt hĂ€tte, stĂ¶ĂŸt bei den JĂŒngern auf UnverstĂ€ndnis: Wer bitte schön, hat dich denn NICHT berĂŒhrt in diesem großen GedrĂ€nge? Jesus hĂ€tte in dieser Situation alle GrĂŒnde gehabt, einfach weiterzugehen, und die spontan geheilte Frau mit dem, was da an ihr geschehen ist, einfach allein zu lassen, aber er wendet sich ihr ganz zu. Der folgende kurze Dialog erweckt den Eindruck, als seien Jesus und die Frau ganz allein auf der Welt, auch hier

geht es extrem dicht zu, allerdings diesmal innerlich. Kaum ist die Frau durch Jesu Zusage wieder ganz rehabilitiert und gemeinschaftsfĂ€hig, da kommen auch schon die Hiobsboten aus dem Haus des Synagogenvorstehers, um Jairus zu sagen, dass seine Tochter gestorben sei. In diesem Augenblick erkennt Jesus, dass es not-wendig ist, sich von der Menge freizuschaufeln – nur drei seiner JĂŒnger und spĂ€ter auch die Eltern dĂŒrfen mit in den Raum, in dem das MĂ€dchen liegt. Denn auch im Haus des Jairus herrscht wieder ein riesiges Getöse – die laut weinenden, lĂ€rmenden Menschen, deren Weinen in Hohn und Spott umschlĂ€gt angesichts der Äußerung Jesu, dieses Kind sei nicht gestorben. Auch hier ist Jesus der einzige, der noch Lebensspuren in dem scheinbar toten Kind wahrnimmt und es mit seinem wirkmĂ€chtigen Wort wieder ins Leben aufrichtet.

FĂŒr mich persönlich wurde diese feine Wahrnehmung Jesu in seiner ganzen Achtsamkeit fĂŒr die Menschen in der vergangenen Woche zu einem wertvollen Impuls fĂŒr das kĂŒrzlich eröffnete Jahr der Barmherzigkeit. Zum einen, weil ich mir wĂŒnsche, dass das zuweilen hektische Vielerlei des Alltags mir nicht den Blick und die SensibilitĂ€t raubt fĂŒr das „Dahinter“ meiner Mitmenschen, zum anderen, weil ich mich selbst – wie oben

im Text so schön beschrieben – in diesem Heiligen Jahr von Neuem ganz einlassen möchte auf das, was zwischen Christus und mir geschieht, um „mutig und froh voranzuschreiten“ in Seiner Nachfolge.

Sr. M. Ursula

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Beten hilft

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Beten hilft - das glauben wir und beten deswegen auch immer wieder in bestimmten Anliegen. Oft fĂŒr die Kranken, fĂŒr diejenigen die auf der Flucht sind, in den Anliegen, in denen unsere GĂ€ste oder andere Menschen uns um ihr Gebet bitten. Da nehmen wir gerne auch das Gebetsanliegen von Papst Franziskus auf, was wir eigentlich eh immer tun, und freuen uns, dass es in so einem tollen Video vorgebracht wird. 

Beten wir also, "dass der aufrichtige Dialog zwischen MĂ€nnern und Frauen der verschiedenen Religionen FrĂŒchte des Friedens und der Gerechtigkeit hervorbringe."

Sr. Kerstin-Marie

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Frohe Weihnachten

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Wir wĂŒnschen allen, die mit uns unterwegs sind, frohe und gesegnete Weihnachten!

Wir können uns freuen, dass das Wort, dass Gott selber, Mensch geworden ist, wegen uns. Wegen Dir, wegen Ihnen, wegen mir. Das ist doch ziemlich großartig. Und deswegen, so meine ich, haben wir allen Grund, es so wie die drei Weisen zu machen: Etwas Schönes einpacken und losziehen, um zur Krippe zur kommen. Dort erwartet Gott uns schon voller Sehnsucht. 

Weihnachten ist ja nicht morgen schon wieder vorbei, sondern dauert noch ein bisschen. Da bietet es sich doch so zwischen den Jahren eigentlich an, darĂŒber nachzudenken, was ich Schönes im GepĂ€ck habe.

Was auch immer das ist, ich glaube, im Jahr der Barmherzigkeit kann man alles gut gebrauchen, um es einem anderen zu Gute kommen zu lassen. Manchmal kommt es dann so, wie man es erwartet.

Und manchmal geht es einem vielleicht so wie den Weisen, die wohl kaum daran gedacht hatten, dass der Stern sie zu einem Stall fĂŒhren wĂŒrde, wo nur ein paar Ă€rmliche Gestalten sie erwarten. Jedenfalls auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick sind sie selber reich beschenkt und trauen dem Wunder, dass sie dort erleben. Das bringt sie dazu, auf dem RĂŒckweg nicht bei Herodes vorbei zu gehen und ihm zu sagen, was dort in dem Stall ist. 

Also, vielleicht erleben auch wir ein Wunder, wenn wir uns auf den Weg zur Krippe machen. Wie auch immer das aussehen mag. Wer möchte, kann vielleicht etwas in den Kommentaren davon schreiben.

In diesem Sinne: Gesegnete und wunderbare Weihnachtstage

Sr. Kerstin-Marie

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Alle Jahre wieder...

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Eigentlich ist die Vorbereitung von Impulsen ja eines unserer "KerngeschĂ€fte" im Seelsorgeteam von Kloster Arenberg. Die tĂ€glichen Morgenimpulse in der GĂ€stekapelle zĂ€hlen ebenso selbstverstĂ€ndlich zum Angebot des Hauses wie die zweimal wöchentlich stattfindenden Nachtimpulse, so dass kaum eine Woche vergeht, in der nicht einer von uns irgendwann einen Impuls zu halten hĂ€tte. Normalerweise geht diese Impulsvorbereitung uns allen relativ leicht von der Hand - nur einmal im Jahr, da wird die sie fĂŒr unser Team zur Schwerstarbeit - und das ist der Impuls, den wir anlĂ€sslich der Adventsfeier fĂŒr unsere Mitarbeiter gemeinsam gestalten. Stundenlang sitzen wir da manchmal zu viert mit rauchenden Köpfen zusammen, ĂŒberlegen ein ansprechendes Thema, mit dem wir den Abend ĂŒberschreiben werden, ringen um die Botschaft, die wir gerne mitgeben möchten, erwĂ€gen gefĂŒhlt jedes einzelne Wort, entwickeln großartige Ideen, um sie kurze Zeit spĂ€ter wieder zu verwerfen, geben uns nochmal Zeit, ganz neu und anders zu denken usw. usw. Seit ich in Kloster Arenberg arbeite, habe ich es noch nie anders erlebt, als dass der Impuls fĂŒr die Adventsfeier nach einem unendlich anspruchsvollen Prozess frĂŒhestens am Morgen des Tages, an dem er gehalten werden sollte, geboren war.

Wenn ich unser Team in diesen zĂ€hen Sitzungen manchmal „von außen“ betrachte, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Normalerweise lĂ€uft unsere Zusammenarbeit nĂ€mlich das Jahr ĂŒber ziemlich reibungslos. Wir - das sind unser Chef Dr. Hofmeir (Theologe und Psychologe), Elke HĂŒbers (Paar- und Familientherapeutin), Kaplan Toth (Priester und MĂ€dchen fĂŒr alles) und ich – könnten unterschiedlicher fast gar nicht sein. Jeder von uns hat seine „Nische“, in der er bzw. sie auf seine Weise gut und ungestört arbeiten kann, keiner nimmt dem anderen etwas, jeder von uns hat eine ganz eigene Art der VerkĂŒndigung, die von den GĂ€sten gleichermaßen angenommen wird, jeder von uns lebt sein eigenes Charisma, ohne im anderen eine Konkurrenz zu sehen. Mit anderen Worten: wir ergĂ€nzen uns ganz prima. Nur einmal im Jahr eben, da wir unsere Verschiedenheit zur geradezu unglaublichen Herausforderung, wenn wir uns zu viert an einen gemeinsamen Impuls heranwagen, dazu noch fĂŒr Menschen, mit denen wir Tag fĂŒr Tag zusammen arbeiten. In diesem Jahr blitzte da bei mir – mĂŒde geworden vom vielen Herumdiskutieren - plötzlich der Gedanke auf, es doch einfach sein zu lassen und den Impuls wie sonst auch durch einen von uns vorbereiten zu lassen, um uns dadurch eine Menge Stress zu ersparen. Doch gestern Morgen, als wir nach getaner Arbeit wieder einmal alle vier aus ganzem Herzen sagen konnten: „Gut so!“, da spĂŒrte ich, dass uns genau dieses „Einmal-im-Jahr-Zusammenraufen“ fĂŒr unser Team von großer Bedeutung ist. Plötzlich ist mir bewusst geworden, wie wertvoll es ist, dass wir in diesem gemeinsamen Suchen auch immer eine Menge ĂŒber das erfahren, was uns persönlich wichtig und heilig ist, was uns auf unserem eigenen Weg mit Gott bewegt und beschĂ€ftigt. Mein persönliches Fazit nach

getaner Arbeit also – und das passt auch ganz hervorragend zum Ordensleben: Gemeinschaftliche Prozesse sind zwar oft gruselig anstrengend und krĂ€ftezehrend, öffnen aber zugleich auch völlig neue Perspektiven und belohnen am Ende mit einem Reichtum, von dem man nicht einmal trĂ€umen könnte, wenn man fĂŒr sich allein im stillen KĂ€mmerlein sĂ€ĂŸe.

Und so hoffe ich, dass unsere Mitarbeiter beim Adventsgottesdienst gestern Abend genauso viel mitnehmen konnten wie wir in der

Vorbereitungsgruppe und schaue schon jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den November 2016, wo wir – und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche – garantiert wieder mit rauchenden Köpfen leicht angenervt in Kaplans BĂŒro sitzend um jedes einzelne Wort ringen werden ;-)

Sr. M. Ursula

 

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dem Licht entgegen

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Quelle Foto: Kathrins Hundeknipserei
Quelle Foto: Kathrins Hundeknipserei

Adventsbrief unserer Generalpriorin Sr. M. Scholastika


Liebe Schwestern,

 

Sie werden mich belÀcheln: ein Hund zu Beginn des Adventes?

Immer wieder, wenn ich dieses Bild betrachte, berĂŒhrt es mich: dieser kleine Vierbeiner lĂ€uft dem Licht entgehen - auf Hundeart, versteht sich. Mit einer Leichtigkeit, die, finde ich, ansteckend ist und Freude weckt.

Der Advent zieht uns in die Bewegung hinein, dem Licht entgegen zu laufen. Silja Walter sagt: „Was ist, was lebt, wird gezogen 
 wo ich bin, bin ich als Gezogene!“

Vor Urzeiten haben sich Menschen auf den Weg gemacht, mit einer großen Verheißung im Herzen, Weise ließen sich fĂŒhren von einem Stern, der sie nach langen, mĂŒhsamen Wegen niederfallen lĂ€sst vor einem Kind, das spĂ€ter von sich selbst sagen wird:

„Ich bin das Licht der Welt.“  


In IHM gibt es keine Finsternis, keine Dunkelheit, nichts Verworrenes. Dieses Kind ist der Heiland, den die Völker mit Sehnsucht erwartet haben. Und bis heute bleiben wir auf der Suche nach DEM, der unserem Leben seinen tiefsten Sinn gibt, sehnen wir uns nach DEM, der uns wahre FĂŒlle schenkt, im Wissen, dass alles Irdische, so wunderbar es sich auch zeigen mag, vorlĂ€ufig ist.


Alfred Delp bekannte:

Immer bleibt das Herz voll Sehnsucht und Heimweh:

Glaubt mir, ein irdisches Ding macht dieses Herz nicht ruhig. Einmal muss einer kommen, der uns alle Fenster und TĂŒren aufmacht, der uns ansieht mit heiligen Augen. Der unser Herz anrĂŒhrt mit heilenden HĂ€nden. Einmal muss einer kommen. Ich habe ein Leben lang auf ihn gewartet.

 

Einmal muss einer kommen: dieser Eine ist Christus. ER ist gekommen und bleibt doch der ewig Kommende. In dieser beginnenden Adventszeit öffnen wir uns neu fĂŒr IHN.

Wir sind aufgeweckt, IHM entgegen zu laufen, und wenn die FĂŒĂŸe uns nicht mehr tragen, mit unserem lebendigen Herzen: Wir sind Gerufene, IHM entgegenzugehen aus der Kraft des Glaubens, weil ER es ist, der uns mit heiligen Augen ansieht, weil ER unser Herz anzurĂŒhren vermag mit heilenden HĂ€nden, weil ER es ist, auf den wir in allem und durch alles Suchen hindurch warten.

Was brauchen wir, wen brauchen wir mehr als IHN, den Heiland der Welt?

Wen brauchen wir mehr als IHN, der unsere Welt herausholt aus dem Schatten des Todes, aus Gewalt, Terror und Verfolgung?

Wen brauchen wir mehr als IHN, der uns Augenblick fĂŒr Augenblick nahekommt?

Und vergessen wir dabei nie: der uns nahekommt in jedem Gesicht, in jeder Mitschwester, wirklich in jeder.

Der uns nahekommt in den Höhen und Tiefen unseres Lebens, in den Beschwernissen des Alltags, in den Grenzen, die unser Älterwerden setzt, auch auf der letzten Wegstrecke des Sterbens, das volles Leben ist, eine Wegstrecke, die uns auch Ă€ngstlich machen kann.

Wir laufen ihm entgegen durch offene Fenster und TĂŒren, in offene Arme.

Das ist ja die Kraft dieses Kindes, das wir erwarten: es bahnt sich einen Weg in unsere Welt, nichts hÀlt es davon ab, bei uns sein zu wollen: wir werden dieses Geheimnis neu an Weihnachten feiern.


Mögen wir dabei mit Bedacht auf die Hl. Nacht zugehen, dass die vorbereitenden AktivitÀten unser Herz nicht zu arg besetzen.

GOTTES Kommen soll das Wichtigste bleiben dĂŒrfen.

Ich weiß, es ist leicht gesagt, dennoch wage ich es kĂŒhn auszusprechen:

die Bereitung unseres Herzens, unserer inneren Krippe bleibt die vorrangige Aufgabe, und wenn dabei die Krippen im Haus einfacher werden, eine Kugel weniger am Baum hÀngt, ein Fenster nicht geputzt ist, wenn da und dort auch etwas fehlen darf und ein Brief weniger geschrieben ist.

Das Wichtigste ist unsere Erwartung, unsere Sehnsucht nach diesem Kind, das ganz und gar in unsere große und kleine Welt hineingeboren wird.

 

Christus kommt auf uns zu, und wir dĂŒrfen IHN empfangen. Weihnachten ist wie eine Kommunion: Empfangende sind wir, nicht Nehmende. Nicht Ergreifende. Wir sind Beschenkte, von IHM lĂ€ngst Ergriffene, ĂŒberreich Beschenkte. GOTT wird uns Tag fĂŒr Tag in die HĂ€nde gelegt. Tag fĂŒr Tag werden unsere HĂ€nde, wird uns Herz eine Krippe fĂŒr IHN: aus IHM leben wir, aus IHM erhĂ€lt unser Leben seine Ausrichtung und Orientierung.

 

Mehr als vier Wochen sind uns geschenkt, wie die Hirten und die Weisen dem kommenden Christus entgegenzugehen. Mehr als vier Wochen sind uns geschenkt, IHM einen „herzlichen“ Empfang zu bereiten.

Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit beginnt:

Mögen wir an uns die Barmherzigkeit GOTTES erfahren dĂŒrfen, und mögen wir selber Liebende werden, gĂŒtige, warmherzige und mĂŒtterliche Frauen nach dem Herzen GOTTES, das ist mein bleibendes Gebet fĂŒr uns alle,

Sr. M. Scholastika



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Der Hund mit der Fackel

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Am Samstag haben wir mit der ganzen familia dominicana weltweit das JubilĂ€umsjahr zu 800 Jahre Dominikanerorden eröffnet. Und schon vor genau einer Woche war ich eingeladen, in der JVA Bochum - quasi schon vorauseilend zum JubilĂ€um - den heiligen Dominikus vorzustellen. Einmal im Jahr gibt es von der Seelsorge der JVA aus das Angebot "Eine Hand voll Heilige", bei der an drei aufeinander folgenden Abenden verschiedene Heilige vorgestellt werden. Ca. 60 Inhaftierte nahmen dieses Angebot an und ließen sich am letzten der drei Tage etwas ĂŒber den heiligen Dominikus erzĂ€hlen. Am Anfang stand ein kleines Video von den Philippinen, das wir gemeinsam anschauten und das helfen sollte, unseren GrĂŒnder und seine BeweggrĂŒnde ein bisschen besser kennenzulernen. Darin kommt sehr prominent auch der Hund mit der Fackel vor, mit dem Dominikus oft dargestellt wird.

Nach einer Pause war im zweiten Teil des Abends fĂŒr die MĂ€nner dann die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Allgemein zu Dominikus und seinem Leben, aber auch zu meinem Leben. Auf jeden Fall war ein großes Interesse zu spĂŒren, denn die Fragen endeten nicht, bis es Zeit war, die Veranstaltung zu beenden. Im Gegensatz zu einer Veranstaltung an einem anderen Ort war hier klar, dass der Zeitrahmen einzuhalten ist, schließlich mussten die MĂ€nner wieder zurĂŒck in ihre Zellen.

Besonders schön fand ich nach diesem schönen und anregenden Abend, als P. Placidus aus Stiepel mir letzten Freitag nach der Jugendvigil erzĂ€hlte, dass er in der JVA gerade einen HĂ€ftling auf die Taufe vorbereite. Dieser tue sich ein bisschen schwer mit vielen Dingen. Aber er habe ihm davon erzĂ€hlt, dass am Mittwoch eine Dominikanerin dagewesen sei und etwas von Dominikus und dem Hund mit der Fackel erzĂ€hlt habe. Mich hat berĂŒhrt, dass dieser Mann offensichtlich von Dominikus berĂŒhrt war.

Was auch immer hĂ€ngen bleibt bei einzelnen Menschen, mit denen wir reden, wir wissen es vorher nicht. Und wenn es manchmal vielleicht auch nur Kleinigkeiten sein mögen, wie der Hund mit der Fackel, so bin ich mir sicher, dass dieser Mann, sobald er eine Darstellung des hl. Dominikus mit Hund und Fackel sieht, weiß, wer das ist. Und vielleicht fĂ€llt ihm noch ein bisschen mehr ein von diesem Abend. 

So war der Abend in der KrĂŒmmede ein doppeltes Geschenk fĂŒr mich.

Sr. Kerstin-Marie

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Alles Spanisch, oder was?

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Derzeit steht wieder die nĂ€chste Ausgabe von kontinente, der Missionszeitschrift, bei der wir Mitherausgeber sind, an. Nach dem Generalkapitel, bei dem ich unsere vier Mitschwestern aus Bolivien kennenlernen und außerdem noch mit ihnen einen Tag in Köln verbringen durfte, war ich letzte Woche natĂŒrlich ganz anders motiviert. Von Sr. Maria Martha hatte ich auch schon einen Bericht bekommen. Diese Berichte direkt aus Bolivien sind immer ziemlich interessant und manchmal unglaublich, dass das der Alltag unserer Schwestern ist. Und so machte ich mich an die Übersetzungsarbeit - auch hier noch ganz entspannt, weil ich im Kontakt mit den Mitschwestern ganz gut auf Spanisch zurecht kam. Da sollte der Text eigentlich keine so große Herausforderung darstellen.

Tja, denkste, denn zwischendurch kam mir alles sehr Spanisch vor und ich fĂŒhlte mich an meine Graecums-Klausur vor 15 Jahren erinnert. Da nahm ein Satz auch kein Ende und ich fand den Sinn nicht. Da war er natĂŒrlich, sowohl im Text ĂŒber Origenes, als auch im Text ĂŒber Roxana und ihre fĂŒnf Kinder. Wie damals in der Klausur galt auch jetzt, dass ein Aufgeben keine Möglichkeit wĂ€re. Beim einen Mal hing das Graecum und damit der weitere Verlauf des Studiums dran, bei diesem Mal die nĂ€chste Ausgabe der kontinente, die pĂŒnktlich zum 1. Januar und im neuen Gewand erscheinen soll. 
Geschafft habe ich es sowohl damals als auch heute. Vor 15 Jahren hat mich das irgendwie angespornt, die Griechischsachen nicht in die Ecke zu werfen und auch jetzt denke ich, dass ich wohl einfach noch ein bisschen besser Spanisch lernen muss. Damit ich dann eines Tages die Berichte lesen kann, als wĂ€ren sie, wenn schon nicht auf Deutsch, dann vielleicht auf Englisch. Und natĂŒrlich, damit ich, wenn es eines Tages ein Wiedersehen mit den Mitschwestern aus Bolivien gibt, mich besser verstĂ€ndlich machen und verstehen kann, was sie sagen. Denn es ist ja wunderbar, dass wir miteinander auf dem Weg sind, auch wenn wir durch viele Kilometer getrennt sind. Aber dank Email, WhatsApp, Facebook usw. lĂ€ĂŸt sich die Entfernung ĂŒberwinden. Einzige Voraussetzung: Habla Espanol! 

In diesem Sinne will ich mal weiter ĂŒben und empfehle gleichzeitig das neue kontinente-Heft ab Januar 2016!

Sr. Kerstin-Marie

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es liegt jemand in der Luft...

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was wir wirklich empfinden

wir können es nicht sagen

die zungen wĂŒrden uns brechen

manchmal aber

wie vom himmel gefallen

geistesgegenwÀrtiges verstehen

ich kann dein inneres betreten

alle sprachlosigkeit findet ein ende

es brennt auf der zunge

ich finde mein wort

simultanĂŒbersetzung

unserer gefĂŒhle

es liegt jemand in der luft

der zur liebe bestĂŒrmt

(aus: Andreas Knapp, Höher als der Himmel, echter Verlag 2010)


 

12 Tage lang haben wir auf dem Arenberg gerungen, beraten, diskutiert, PlĂ€ne geschmiedet, Versöhnung erfahren, gewĂ€hlt, Erfahrungen ausgetauscht, Vertrauen geschenkt, abgestimmt, miteinander gegessen, gebetet, gehört, gelacht, geweint, getrĂ€umt, gefeiert, geschwiegen, Hoffnungen, Sorgen, Ängste und vor allem LEBEN geteilt
.

Nun ist es vorbei, das XXIII. Generalkapitel unserer Kongregation – und was bleibt, ist eine unendliche Dankbarkeit fĂŒr unsere Gemeinschaft und das, was der Hl. Geist vom 01.-12. Oktober in unseren Herzen bewirkt hat.

Heute kehren 31 begeisterte Kapitularinnen wieder in ihre Konvente zurĂŒck - auch wenn es sicherlich eine Herausforderung wird, die unglaublich dichte AtmosphĂ€re der vergangenen Wochen fĂŒr diejenigen erfahrbar zu machen, die wĂ€hrend der Tage zuhause die Stellung gehalten haben, so bin ich mir doch sicher, dass der ein oder andere Generalkapitels-Funke ĂŒberspringen wird. Und damit auch unsere Blogleser einen Hauch Kapitelswind zu spĂŒren bekommen, gibt es hier einige Fotos zu schauen, die wĂ€hrend der langen Sitzungstage entstanden sind :-)

Fast fĂŒhle ich mich heute wie am Ende einer guten, intensiven Exerzitienzeit - glĂŒcklich und beseelt und zugleich motiviert und voller Tatendrang, gemeinsam mit meinen wunderbaren Mitschwestern neue Wege zu bahnen.

Sr. M. Ursula

 

Generalkapitel

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Die Stewardess, der Papst und wir

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„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch

nicht das Ende.“ Diesen Zettelblock bekam ich vor einiger Zeit als kleine Aufmunterung geschenkt, und das Zitat von Oscar Wilde passt ganz hervorragend zu den Erfahrungen, die wir in der vergangenen Woche in Rom gemacht haben.

Papst Franziskus hatte anlĂ€sslich des „Jahres des geweihten Lebens“ junge Ordenschristen aus aller Welt eingeladen, um gemeinsam ĂŒber unsere Berufung und unsere Sendung in die Welt von heute nachzudenken. Im Vorfeld hĂ€tte alles nicht chaotischer sein können – Anmeldechaos, Terminverschiebungen und Informationsknappheit trugen nicht unbedingt dazu bei, unsere Vorfreude auf dieses Großereignis zu mehren. Und so stiegen Sr. M. Alberta, Sr. M. Christina, Sr. M. Melanie und ich dann am vergangenen Dienstagnachmittag auch mit sehr gemischten GefĂŒhlen in die Lufthansa-Maschine, wo wir von einer unglaublich netten, am Ordensleben interessierten und dazu noch lustigen Crew begrĂŒĂŸt

wurden (dazu spÀter aber mehr).

Um es kurz zu machen: die Tage in Rom zĂ€hlen tatsĂ€chlich zu den verrĂŒcktesten, die ich je erlebt habe, und teilweise kamen wir uns vor wie in einem Abenteuerspiel, bei dem es stĂ€ndig neue Herausforderungen zu bestehen gibt. Immer wieder gab es Situationen, in denen wir spontan von Plan A zu Plan D switchen mussten, und Temperaturen um 38 Grad inkl. 85% Luftfeuchtigkeit machten die weiten Wege ĂŒber römisches Kopfsteinpflaster zur perfekten BuĂŸĂŒbung. Wir alle hatten im Laufe der Tage irgendwann einen fiesen DurchhĂ€nger, an dem unsere Nerven blank lagen und unsere innere Verfasstheit und körperliche Kondition auf dem Nullpunkt angekommen war, doch irgendwie haben wir es dann doch immer wieder geschafft, uns gegenseitig aufzurappeln und zu motivieren.

Aber natĂŒrlich gab es wĂ€hrend dieser Woche auch jede Menge schöne Überraschungen! So hatten Sr. M. Melanie und ich am Tag der Papstaudienz das völlig unerwartete GlĂŒck, ganz vorne mit dabei zu sein und Papst Franziskus persönlich zu begrĂŒĂŸen und waren tief berĂŒhrt, diesen wunderbaren Menschen aus nĂ€chster NĂ€he erleben zu dĂŒrfen. Tags darauf gab es auf dem Petersplatz ein riesiges „Hallo“, als wir dort in der Morgensonne unseren Trierer Weihbischof Jörg Peters trafen, der unserer Gemeinschaft schon lange verbunden ist... Oder wer hĂ€tte anfangs gedacht, dass am letzten Morgen sogar der ganze Petersdom fĂŒr Touristen gesperrt sein wĂŒrde, damit wir dort mit 5000 jungen Ordensleuten aus 150 LĂ€ndern ungestört unseren Abschlussgottesdienst feiern können?

In der vatikanischen Audienzhalle wurden wir tĂ€glich von Kardinal Aviz, Erzbischof Carballo und anderen Referenten mit hervorragenden Impulsen verwöhnt, die sicherlich noch lange in uns weiterwirken werden. Ich persönlich muss sagen, dass ich meine eigene Kirche und deren Vertreter noch nie so offen, so weit und so frei erlebt habe wie in diesen Tagen, was fĂŒr mich ein ganz großes Hoffnungszeichen war.

Und so wurde unsere Romfahrt am Ende tatsĂ€chlich gut – und nicht nur gut, sondern zu einem unvergesslichen, ganzheitlichen Erlebnis, von dem wir wahrscheinlich noch in 50 Jahren erzĂ€hlen werden.

Wer gerne einmal ein wenig in die AtmosphÀre dieser Tage eintauchen möchte, kann hier unsere persönlichen Impressionen und hier die offiziellen Fotos anschauen, daneben gibt es weitere viele schöne weitere Fotos und Videos auf dieser Seite zu sehen...

Übrigens: Die Welt ist wirklich klein, und zwar richtig klein. Gestern bekam ich von Weihbischof Peters eine Mail, in der er uns GrĂŒĂŸe von der Chefstewardess seiner Lufthansamaschine ausrichtete. Sie fragte ihn, als er an Bord kam, ob er denn auch "bei dem Treffen da" gewesen sei und erzĂ€hlte ihm von einer Gruppe von vier weiß gekleideten Schwestern, drei mit weißem, eine mit schwarzen Schleier......

Sr. M. Ursula

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mit unserem Gott ĂŒberspringen wir Mauern...

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"Man kann Profess auch ganz anders feiern - aber garantiert nicht schöner" - so drĂŒckte es Weihbischof Vorrath am Dienstag aus, und sprach uns allen damit aus dem Herzen. Sowohl die Einkleidung unserer Sr. M. Melanie am Vortag als auch der Festtag selbst war fĂŒr uns alle ein StĂŒck offener Himmel, so dass sich selbst die Hartgesottensten unter uns das ein oder andere Tranchen nicht verkneifen konnten. Besonders auch am Abend im Refektorium, als Sr. M. Christa, die an diesem Tag ihr 60jĂ€hriges ProfessjubilĂ€um feierte, uns mit einem großartigen Vortrag zeigte, was es bedeutet, ein soooo lange Zeit treu in der Nachfolge Christi unterwegs zu sein. Diesen Beitrag möchten wir unseren Bloglesern nicht vorenthalten und wĂŒnschen viel Freude beim Lesen ;-)
Sr. M. Melanie, die ihr Noviziat begonnen hat, Sr. Kerstin-Marie, die nun auf ewig unsere Mitschwester ist und unseren Jubilarinnen, die uns Jungen durch ihr Lebens-Zeugnis so viel Hoffnung und Kraft schenken, wĂŒnschen wir Gottes reichen Segen auf ihrem weiteren Weg - möge die Freude des Festtags noch lange im Herzen nachwirken!
Sr. M. Ursula

 

 

Unser Festtag soll nicht enden,

ohne uns an die zu wenden,

die in allen Lebenslagen

uns lehrten, diesen Vers zu sagen:

Mit meinem GOTT ĂŒberspringe ich Mauern.

 

Schau auf ihn und sei nicht bange,

und sei die PrĂŒfung noch so lange,

vertraust du viel, so wird nicht klein

Seine Kraft in dir zu spĂŒren sein. Ja:

Mit deinem GOTT ĂŒberspringst du Mauern.

 

Dank sei Ihm, der an einem Tage,

stellt uns allen diese Frage:

Liebst du mich und folgst du mir?

Vertraue nur, ich bin bei dir!

Und so sagen wir voll Vertrauen:

Mit unserem GOTT, da ĂŒberspringen wir Mauern.

 

Unsere Älteste, die Anneliese, eine Dame sehr fein:

Sie entschied sich: Dominikanerin ja, doch Arenberg nein.

Aber wie sie in Frankfurt spazieren geht,

findet sie ein großes Plakat, darauf steht:

„Dominikanerinnen Schlehdorf am Kochelsee“ – Toll!

das ist eine Filiale von Arenberg wohl.

Also tret ich in Arenberg ein,

und wĂŒnsch mir: nach Schlehdorf versetztet zu sein.

Gesagt, getan, aber was kam,

der Anneliese fast den Atem nahm:

„So ist das nicht, mein liebes Kind,

schau das sind zwei verschiedene Ding –

in Arenberg wirst du am Rhein,

in Schlehdorf am Kochelsee beheimatet sein.

Der Schreck war groß, doch abgemindert

durch die Frau, die diese Botschaft verkĂŒndet:

Mutter Maria Gratia im Nu bezwang

die Anneliese mit Charme und Elan.

Der Traum vom Wassersport war zwar vorbei,

doch der Herrgott hielt eine Lösung bereit:

Den Wassersport bekam sie am ersten Tag,

den sie im Waschhaus am Waschtrog mit schwarzen StrĂŒmpfen

verbracht,

und wollt ihr wissen den Erfolg von der Geschicht?

zu Tisch bekam man ein PostulÀntchen mit acht verbundenen

Fingern zu Gesicht!

Und trotzdem sagt sie voll Vertrauen:

Mit meinem GOTT ĂŒberspringe ich Mauern.

 

Wir waren eine große Schar aus Westen und Osten, aus

SĂŒden und Norden,

stille Wasser, Vulkane, TrÀumer und Aktive, alle Sorten.

In KĂŒche und BĂŒro, bei den Kranken und Alten,

in der Schule, bei HĂŒhnern, da war unser Walten.

Oberinnen brachten wir zwar keine hervor,

aber wir waren ein ganz toller harmonischer Chor.

Gab’s StĂŒrme, Gewitter – jeglicher Art,

wir hielten zusammen, denn uns war klar:

Unserem Gott können wir trauen:

Mit unserem GOTT ĂŒberspringen wir Mauern.

 

Wir durften bewegte Zeiten durchleben:

Sieben Generalas, sieben PĂ€pste, das Konzil daneben,

vom Harmonium zu Orgel, vom latein zu deutsch,

vom Geschnörkel der Sprache zur Einfachheit,

vom Karton am Kopf zum gefÀlligen Schleier,

vom Chauffeur Herr Möller zur Schwester am Steuer,

von Deutschland zur Schweiz nach Bolivien,

von verarmten Deutschen zu viel Immobilien,

vom dezent Gekleideten zum Hippie,

vom gehorsamen Kind zum AntiautoritÀt-Titti,

vom Grammophon zum CD-Player und nun gib acht:

vom Telefon zum Smartphone, das war ein Start,

vom kleinen Heintje zu Helene Fischer,

vom VW KĂ€fer zum elektrischen Flitzer,

von dem „du musst“ zu dem „du darfst“,

und dieses macht uns frei und stark. –

Die Dinge gingen, die Dinge kamen,

wir lebten den Umbruch und wir nahmen,

gespannt halt wie ein Flitzebogen,

das, was wir nun als gut erwogen.

Das eine war sicher: GOTT, er war DA,

im Sturm und im SĂ€useln: ER war nah.

Und also bekannten wir voll Vertrauen:

Mit unserem Gott, da ĂŒberspringen wir Mauern.

 

Und so war es in jener Zeit,

es scheint schon eine Ewigkeit:

Ein lautes Lachen im Refektor,

du lieber Gott, da stand was bevor!

Und fehlt uns dieses Lachen heut einmal,

dann ist da ein Loch, das ist doch klar.

Was man frĂŒher als „Krach“ bezeichnet,

wird heute als Hoffnungsmusik gedeutet.

Aber Gott bleibt der Gleiche, zu jeder Zeit,

das einst und das jetzt ist Seine Zeit.

Und ob heut, ob frĂŒher, ob jung oder alt,

die Freude ist Nahrung, Gott gibt sie halt,

er schenkt sie uns weiter, damit wir sie leben,

Er gab sie immer, denn Er ist das Leben.

 

Bis hierher hat uns Gott gebracht durch seine große GĂŒte,

so singen wir und vertraun auch heut, dass er uns weiter

hĂŒte.

Ob krumm oder gerade, mit Stock oder Rolls Royce,

im Bette liegend, gesund oder bleich,

immer sind wir Eigentum des Herrn,

zusammengerufen: Feuer zu sein – fĂŒr die nah und die

fern,

oft sind wir nur Glut, die stille brennt

aber keine andere Sehnsucht kennt,

als mit unserem Leben Dank zu sagen

und Jesu Botschaft weiterzutragen.

Und so singen wir Alten noch mit Vertrauen:

Mit unserem Gott ĂŒberspringen wir Mauern.

 

Zuerst und zuletzt sei Gott Dank gegeben,

er schenkt uns, dass noch in diesem Leben

wir voller Staunen und Vertrauen,

wir Neues anbricht dĂŒrfen schauen.

Ihm anvertrauen wir das neue, keimende Leben,

Er mögs in Seine HÀnde und in sein Herze nehmen.

Er war es, der uns in all diesen Jahren

auf AdlerflĂŒgeln hat getragen,

durch Hoffnung und Bangen, ĂŒber Höhen und Tiefen,

er suchte uns auf Irrwegen, die wir liefen,

er stÀrkt uns, erquickt uns, er ist unsere Freude.

Er wird uns erwarten im Anbruch des HEUTE:

Und so sagen auch heut wir voll Dank und Vertrauen:

Mit unserm Gott, ja, da ĂŒberspringen wir Mauern.

Sr. M. Christa Kitschen OP

 

 

 

 

 

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angekommen...

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Ansprache von Sr. M. Scholastika zum Festtag am 08.09. 2015


„Es gibt Dinge, die lassen sich nicht erklĂ€ren. Nicht mit Worten, nicht mit Bildern, nicht mit Gesten. Diese Dinge muss der Mensch selbst erfahren. Zur rechten Zeit. Am rechten Ort. Mit den richtigen Menschen. Auf einmal ist da was tief drinnen in dir und echte BerĂŒhrung wird möglich. Das Zweifeln und Klagen hört auf, und du weißt: Ich bin angekommen, bei mir, bei Gott. Bei den Anderen. Eine echte Dreifaltigkeit im Hier und Jetzt.“[1]

 

Liebe Jubilarinnen, liebe Schwester Kerstin-Marie, liebe Melanie,

ein Journalist, der Taizé kennengelernt hat, beschreibt so seine eigene Erfahrung

an diesem besonderen Ort. Und er setzt fort: „Und dann passiert es. In einer einfachen, bescheidenen, unbequemen Umgebung, die kontrastreicher zum modernen Leben nicht sein könnte, kĂŒsst dich ein Geist. Wie zum ersten Mal. Und in einem Meer entflammter Kerzen 
 entbrennt auch dein Herz und du verstehst: Jesus lebt. Das Christentum lebt. In mir. Durch uns. Hell und klar.“

 

Das ist ja das Wunderbare, dass das Große, das Wesentliche unseres Lebens an uns geschieht. Oft in einer einmaligen Stunde. Da haben wir nichts zu machen, nichts selber in die Wege zu leiten oder in die Hand zu nehmen. Und das Unerhörte: selbst wenn wir zuweilen auf Wegstrecken nichts suchen, schlicht unsere vertrauten Pfade gehen, kann es uns erwischen, kann GOTT uns erwischen. Das eigene Leben wird noch einmal empfindlich aufgerĂŒttelt, zerstört, gar umgekrempelt, neu ausgerichtet. Wenn wir uns einlassen! Wenn wir uns diesen

inneren AnstĂ¶ĂŸen nicht verschließen!

 

Liebe Jubilarinnen,

Sie könnten uns wahrscheinlich von vielen solchen Momenten erzĂ€hlen. Laute und leise. Manchmal ist es ja nur ein zartes BerĂŒhrtwerden, und im Herzen geschieht Unvorstellbares. Die Heilige Schrift ist voll von solchen Begegnungen. Zuweilen erschĂŒtternde Begegnungen: Ich denke an Jakob, wie er ringt mit GOTT und als Gezeichneter, als Hinkender weitergeht. Ich denke an Saulus, der auf dem Weg nach Damaskus eine solch buchstĂ€blich umwerfende Begegnung mit Christus hatte und sein Leben bekam eine völlig andere Richtung. Und ein ganz leises ErschĂŒttertwerden: Maria. Als der Engel zu ihr trat - was hat diese Begegnung ausgelöst: Die Welt hat sich verĂ€ndert. Durch eine junge

Frau im Hören auf GOTT.

 

Keine von Ihnen wird doch letztlich ihre Berufung erklÀren können. Weil die Liebe sich nicht erklÀren lÀsst. Sie geschieht, verÀndert, verwandelt,

und eine Kraft wird spĂŒrbar, die wir nicht aus uns heraus haben. Eine Kraft, die uns freisetzt, die uns Vertrautes verlassen lĂ€sst, eine Kraft, die uns in die Weite bringen will. Noch einmal: Sie, liebe Jubilarinnen,könnten uns Ihre Geschichten erzĂ€hlen, und sie könnten eine StĂ€rkung sein,

besonders auch fĂŒr Melanie, die heute einen intensiven Weg mit Christus beginnt, die sich noch einmal rufen lĂ€sst, mit dem Namen, den sie in ihrem Herzen schwingen hört: Du, liebe Melanie, wirst uns heute Schwester.

Eine plötzliche BerĂŒhrung von GOTT, ein Aufmerken, ein Angesprochensein, oft unerklĂ€rlich, und dann gibt es dieses Nicht-mehr-anders-können als Einlassen und Mitgehen.

 

Pater Karl sagte es heute Morgen treffend: Exerzitien sind ein EinĂŒben, in der NĂ€he des Herrn zu bleiben. Ich erlaube mir, dieses Wort noch zu weiten. Ist nicht unser ganzes Leben ist ein einziges EinĂŒben, in die NĂ€he des Herrn zu kommen und bei ihm zu bleiben? Aufmerksam zu sein fĂŒr seine Gegenwart, fĂŒr sein Licht, seine bleibende Einladung: „Komm!“? Auch noch nach 50, 60, 65, gar 75 Jahren?

 

Unser Leben als eine Übung, unser Leben als ein Gewecktwerden, ein Auferwecktwerden in die österliche Haltung hinein: Wir sind Herausgenommene aus der Knechtschaft, aus einer niedergedrĂŒckten, geduckten Lebensweise, aus Akten reiner PflichterfĂŒllung, wir sind Weggerufene, weg von dem „Man tut, man macht, man soll!“. Du, liebe Schwester Kerstin-Marie, sagst es morgen ganz deutlich: „Ich

will! Ich bin bereit“! Möge Dich der Ring, den Du empfangen wirst, Dich auch an diese starken, entschiedenen Worte erinnern – lebenslang.

 

Aus der Tradition der Ostkirche gibt es eine eigentĂŒmliche Geschichte[2], die den österlichen Weg beschreibt, den wir Tag fĂŒr Tag gehen: Da gab es einen Starez, einen frommen Gottsucher, der die Gewohnheit hatte, seine SchĂŒler das Vater Unser immer beim letzten Wort anstimmen zu lassen, um das Gebet mit den Worten „Vater Unser“ zu beenden. 

FĂŒhre uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Unser tĂ€gliches Brot gib uns heute. Dein Willegeschehe, wie im Himmel so auf Erden. Dein Reich komme. Geheiligt werde Dein Name. Unser Vater im Himmel.

 

Beginnend mit „FĂŒhre uns nicht in Versuchung - erlöse uns von dem Bösen“ 
 aus den alltĂ€glichen kleinen und grĂ¶ĂŸeren Versuchungen, die uns aus der NĂ€he des Herrn weglocken, uns immer neu GOTT zuwenden. ausziehen aus dem, was uns trĂ€ge macht, was uns die göttliche WĂŒrde raubt und uns neu ausrichten, im Wissen und der Erfahrung der Vergebung und Versöhnung von GOTT her und fĂŒreinander. Uns das Brot, die Nahrung schenken lassen, das wir brauchen, seinen Willen erhorchen, ertasten, um dem Land der Verheißung, dem Land der FĂŒlle nĂ€her zu kommen, wo uns immer GrĂ¶ĂŸeres geschenkt wird, wo uns das GrĂ¶ĂŸte erwartet, was GOTT uns offenbaren kann: das Geheimnis seines Namens: Unser Vater.dem unverbrĂŒchlichen, unverrĂŒckbaren Ich-bin-der-ich-bin-da. FĂŒr Dich! begegnen dĂŒrfen  

Das „Vater Unser“, vorne beginnend und auch rĂŒckwĂ€rts gebetet, gebe ich Ihnen, liebe Jubilarinnen, gebe ich Euch, liebe Schwester

Kerstin-Marie, liebe Melanie heute mit. Dieses Gebet, das wir so oft beten, taucht uns in GOTT ein und entlÀsst uns aus IHM wieder zu den Menschen. In unsere Aufgaben, in unseren Alltag. In GOTT bleiben, aus IHM leben: d.h. seinen Willen ertasten, aus IHM in uns die Sehnsucht wecken lassen, IHN noch tiefer, seinen Namen noch klaren erfassen können, um darin seinen Willen, zu erkennen: wachsend. Aus

dieser Ausrichtung bekommen unser Leben seine klare Orientierung, sein Licht und sein Salz. Daraus werden unsere Beziehungen heiler, versöhnter, freier. Daraus wĂ€chst Gemeinschaft, „gelingt uns ein fruchtbares Miteinander und Zueinander, in dem eine um die andere Sorge trĂ€gt, eine der anderen zugetan ist und niemand vergessen wird“.

 

Liebe Jubilarinnen,

ihr JubilĂ€um zeigt diese ganz menschlichen Wege mit all ihren Auf- und EinbrĂŒchen, immer auf GOTT zu, und aus Ihm in diese Welt. Auf dem Boden, auf dem wir stehen und leben. Aus IHM immer wieder neu ins Heute. Das war auch Ihr Übungsweg, und er bleibt es, und da sind fĂŒr uns starke Spuren der Treue zu entdecken, fĂŒr die wir Ihnen von Herzen danken. Möge das Fest morgen, auch das TeilnehmendĂŒrfen an der Ewigen Profess unserer Schwester Kerstin-Marie fĂŒr Sie StĂ€rkung sein, ein Schub des GlĂŒcks, um im ganz Gewöhnlichen und oft auch MĂŒhsamen die Schönheit des Lebens zu entdecken, das Fest, das Du, liebe Schwester Kerstin-Marie an unmöglichen Orten, Zeiten und Gegebenheiten sichten darfst. Da bist Du einzigartig. Noch aus Unscheinbarem gelingt es Dir, ein Fest zu feiern, das Gute herauszuschĂ€len, GOTT aufzuspĂŒren. Du hast Dir dies sogar zur Aufgabe gemacht: Menschen zu begleiten, die auf der Suche nach dem sind, wer sie wirklich sind, was sie erfĂŒllt und ein Lebensfest feiern lĂ€sst. Dieses Feiern ist nicht ein oberflĂ€chliches Spazierengehen, das wĂ€re Dir zuwider, sondern Du glaubst mit aller Ernsthaftigkeit an GOTTES Verheißung, dass er DA ist, dass er DA sein wird, alle Tage unseres Lebens.

 

Wenn Du Dich an diesen einen GOTT bindest, frei und aufgerichtet, bindest Du Dich auch an unsere Gemeinschaft und darin bei allem Schönen und Beherzten auch an ganz Gewöhnliches. Mögen Dir diese Augen geschenkt bleiben, ĂŒberall, wirklich ĂŒberall GOTT als den Liebenden zu entdecken, und auch dieses eine große Fest, das er uns bereitet hat: das ist Hoch-Zeit.

 

Melanie,

sein Name ist auf Deine Stirn geschrieben. Dein Name in seine HĂ€nde, in sein Herz, eine Einritzung, die viel tiefer greift als jede TĂ€towierung. Einige unter uns fragen nach Deinem Namen, und wir lachen, wenn Du bereits „Irmela“ gerufen wirst. Du willst Deinen Taufnamen behalten dĂŒrfen, willst das Taufgeschehen an Dir immer neu geschehen lassen: Leben mit Jesus, eintauchen in die Wasser seiner Liebe, nicht ausweichen, wenn es auch schwierig wird. Und vertrauen, dass Er es ist, der mit Dir, in Dir geht: „Ich gehe mit Dir, wohin Du auch rollst, wohin auch immer Dein Herz unterwegs ist. Ich bin da!“ Was wir heute und morgen begehen, ist unverdient, ist Geschenk: Du

willst mit uns das Leben teilen, Melanie, Dich einĂŒben in diesen tĂ€glichen Rhythmus, der ganz klar auf GOTT ausgerichtet ist – fĂŒr die Menschen, fĂŒr diese Welt. 

Und Du bekundest Dein Bleiben, Schwester Kerstin-Marie - bis der Tod uns scheidet. Und Sie liebe Jubilarinnen bezeugen, dass dieser Weg mit Christus sich lohnt und bekrÀftigen dieses vor 50, 60 und 65 Jahren, Schwester M. Adelgundis sogar vor 75 Jahren gesprochene Ja, diese einmalige JA der Liebe: Ich will, ich bin bereit! Wenn das nicht Fest ist! Explodierende Freude! Hoch-Zeit!

 

Wie hörten wir? Das Zweifeln und Klagen hört auf, und du weißt: Ich bin angekommen, bei mir, bei Gott. Bei den Anderen. Eine echte Dreifaltigkeit im Hier und Jetzt.  

Sr. M. Scholastika


[1] www.theo-magazin.de/2013/09/12/mystische-einfachheit-taize/

[2] vgl. MĂŒller, Klaus, Gottes ABC. Texte fĂŒr das Lesejahr A, MĂŒnster 2013, 144-146

 

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pack' die Badehose ein...

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Bevor wir am 07. und 08. September nicht nur die Ewige Profess von Sr. Kerstin-Marie, sondern auch die Noviziatsaufnahme und Einkleidung unserer Postulantin Melanie feiern werden, haben wir es uns in der vergangenen Woche mit dem ganzen Noviziatskonvent in unserem Kloster Rickenbach gemĂŒtlich gemacht, um dort einige gemeinsame Ferientage zu erleben.

Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten: AnlĂ€sslich des 200. GeburtstagsjubilĂ€ums ihres GrĂŒnders, des Hl. Johannes Bosco, hatten die Salesianer in BeromĂŒnster zu einem Spendenlauf fĂŒr verschiedene Ausbildungsprojekte fĂŒr benachteiligte Jugendliche eingeladen. Da unsere Gemeinschaft den Patres schon lange freundschaftlich verbunden ist, war es klar, dass unsere geballte Schwesternpower bei diesem witzigen Event auf keinen Fall fehlen durfte - aber dass uns diese Aktion soo viel Freude machen wĂŒrde, hatten wir dann auch wieder nicht geahnt. Das Publikum auf den RĂ€ngen und unsere MitlĂ€ufer feuerten uns zu Höchstleistungen an, und selbst Sr. M. Christa (ĂŒbrigens die Ă€lteste Teilnehmerin) mit ihrem Rollator und Melanie im Rollstuhl waren nicht mehr zu bremsen und drehten Runde um Runde fĂŒr den guten Zweck. Am Ende waren wir ziemlich stolz auf 257 mal 200m, die wir gemeinsam erlaufen hatten.

Nach dieser Anstrengung ging es dann aber den Rest der Woche wesentlich entspannter zu – mit Ausnahme einer ganz und gar ergreifenden

Pilgertour zur Einsiedelei des Hl. Bruder Klaus in den Ranft ließen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen, genossen die köstliche Schweizer KĂŒche, planschten bei wolkenlosem Himmel im Sempacher See, lasen das ein oder andere schöne Buch und ließen unsere Seelen baumeln. Richtig Ferien eben, mit allem was dazugehört.

Heute Nachmittag sind wir wieder auf dem Arenberg gelandet – rundum erholt und voller wunderbarer EindrĂŒcke, von denen wir einige durch die unten stehenden Fotos teilen möchten.

Sr. M. Ursula

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Es wird ernst.

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Nach einem wunderbaren Juniorat am letzten Wochenende in der Schweiz geht es fĂŒr mich nun so langsam aber sicher in den Endspurt. Jetzt ist es wirklich nicht mehr lang hin bis zum "Ja" fĂŒr immer. GĂ€stelisten werden aktualisiert und Aufgaben, Ämter und PlĂ€tze werden verteilt. Es wird alles vorbereitet fĂŒr ein wunderbares Fest.

Damit das und besonders die Liturgie möglichst entspannt - insofern jemand an diesem Tag entspannt sein kann - laufen kann, war heute schon PrÀlat Holkenbrink bei uns, damit wir gemeinsam schon mal auf den Ablauf schauen konnten. 

Beim GesprĂ€ch nach dem Mittagessen ging mir noch einmal auf, was fĂŒr ein unendlich großes GlĂŒck ich doch habe. Ich fĂŒhlte mich ein bisschen wie die Goldmarie wie im MĂ€rchen von Frau Holle, die am Ende mit jeder Menge Gold ĂŒberschĂŒttet wird und es bald nicht fassen kann. Auch ich fĂŒhlte mich ĂŒberschĂŒttet von diesem Großen und absolut Unfassbaren, was die Profess bedeutet. Was fĂŒr ein GlĂŒck, dass ich meinen Platz und meine Gemeinschaft gefunden habe. Was fĂŒr ein GlĂŒck, dass ich mich auf den Weg gemacht habe, was fĂŒr ein GlĂŒck, was ich alles erlebe und erfahre!

Die Profess ist dazu die BekrĂ€ftigung und die Bindung. Ich binde mich an Gott und er sich an mich und das fĂŒr immer. Großartig! Und so kommt mir in diesen Tagen immer wieder der Satz einer Freundin in den Sinn, die vor einiger Zeit zu mir sagte: "Es ist soo schön, einen Ring zu bekommen." Ich glaube, da steckt genau das große GlĂŒck dahinter. Egal, woraus der Ring besteht, er ist das Zeichen des Bundes und darauf freue ich mich aus ganzem Herzen!

Sr. Kerstin-Marie

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Ein StĂŒck Himmel

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Am vergangenen Dienstag haben wir uns mit dem Noviziat auf den Weg nach Köln gemacht. Um den 27. Geburtstag unserer noch relativ frisch gebackenen Sr. M. Alberta wĂŒrdig zu feiern, hatten wir eine Pilgertour zum Grab des Hl. Albertus Magnus inkl. einem kleinen aber feinen Rahmenprogramm geplant. Dass aus diesem "kleinen Rahmenprogramm" schließlich ein Erlebnis wurde, von dem wir wahrscheinlich noch in 50 Jahren mit leuchtenden Augen erzĂ€hlen werden, können wir irgendwie immer noch nicht fassen.

Am Vormittag hatten wir einen Termin in der Kölner DombauhĂŒtte vereinbart. Mehr als eine Stunde nahm sich Steintechniker Michael JĂŒrkel zunĂ€chst Zeit, um uns durch die DombauhĂŒtte zu fĂŒhren und die Arbeit der Steinmetze, Bildhauer und Schreiner zu erklĂ€ren, die sichÂ ĂŒbrigens in den letzten 800 Jahren nur ganz unwesentlich verĂ€ndert hat. Das, was uns bei dieser FĂŒhrung am meisten beeindruckte, war die ansteckende Leidenschaft und Begeisterung derer, die dort aus dem groben Stein geradezu unglaublich filigrane Kunstwerke herausbildeten. Ob es der Lehrling war, der gerade erst 14 Tage zuvor seine Ausbildung begonnen hatte, und noch hingebungsvoll ĂŒbte, die raue Stein-OberflĂ€che glatt zu bekommen, oder der Steinmetz, der schon fast 40 Jahre Tag fĂŒr Tag in der DombauhĂŒtte arbeitet - ĂŒberall entdeckten wir ein Strahlen in den Gesichtern, welches uns zeigte, dass die Menschen dort nicht einfach nur ihren Job verrichten. UnwillkĂŒrlich hatte ich plötzlich das GefĂŒhl, in einer anderen Welt zu sein - und zwar in einer Welt, die uns Menschen in vielerlei Hinsicht viel mehr gerecht wird. Stress, Zeitnot, Hektik - von all dem, was uns oft so leiden macht, war in der DombauhĂŒtte rein gar nichts zu spĂŒren. "Zeit spielt fĂŒr uns keine Rolle" - antwortete dann Herr JĂŒrkel auch auf meine Frage, wie es den Steinmetzen denn gelingt, möglichst fehlerfrei zu arbeiten. "Ob ein Steinmetz sechs Monate oder ein Jahr an einem Werk arbeitet, ist nicht wesentlich, Hauptsache es kommt am Ende etwas Schönes dabei heraus".

Als wir uns nach der FĂŒhrung verabschiedet hatten -  innerlich tief bewegt von dem, was wir gehört und gesehen hatten - kam Herr JĂŒrkel plötzlich wieder auf uns zu und fragte uns, ob wir denn am Nachmittag noch in der Stadt seien. Ihm sei ein Termin ausgefallen, und falls wir Freude daran hĂ€tten, könnte er uns noch im Aufzug mitnehmen auf 45 m Höhe und uns einen Teil des Dachstuhls zeigen. NatĂŒrlich zögerten wir keine halbe Sekunde, dieses wunderbare Angebot anzunehmen!

Nach einem sehr schönen Mittagsgebet am Grab des Hl. Albert, einem kleinen Imbiss an der weltbesten Pommesbude und einem erfrischenden GlĂ€schen Kölsch im FrĂŒh, machten wir uns also nochmals auf den Weg zum Dom, um die Auffahrt in die Höhe zu wagen. Interessanterweise hatten wir alle das GefĂŒhl, dass uns bei der FĂŒhrung am Morgen ganz neu die Augen geöffnet worden waren, denn ĂŒberall entdeckten wir plötzlich an dem alten GemĂ€uer frisch restaurierte Abschnitte und mussten an die Menschen denken, die diese wahrscheinlich nur wenige Jahre zuvor noch auf ihrer Werkbank bearbeitet hatten. Auch wenn sich anfangs nicht alle auf der zugigen Plattform in 45 m Höhe gleichermaßen wohl fĂŒhlten, so wurde die FĂŒhrung durch den Dachbereich inkl. vieler wertvoller Informationen zu den verschiedenen Phasen des Dombaus zu einem echten Highlight. Nicht nur, dass uns ganz ungewöhnliche Ausblicke auf Köln geschenkt wurden, sondern wir kamen einfach aus dem Staunen nicht mehr heraus, zu welch unglaublicher Kunst Menschen fĂ€hig sind. Wir entdeckten plötzlich so viele Details, die uns auch schmunzeln ließen (zum Beispiel ein Wasserspeier mit dem Gesicht eines ehemaligen Dombaumeisters), es gab so viele schöne "Augen-blicke" und auch Begegnungen mit den Arbeitern, dass es uns am Ende wirklich schwer fiel, wieder in den Aufzug zu steigen und diesen "Berg Tabor" zu verlassen.

Am Ende des Tages, an dem einfach alles gestimmt hat, und den Sr. M. Alberta als den schönsten Geburtstag ihres Lebens bezeichnete, hÀtten wir vor Freude die ganze Welt umarmen können. Und damit auch unsere treuen Blogleser ein HÀppchen von dieser Freude abbekommen, gibt es unten noch einige Fotos zu sehen ;-)
Sr. M. Ursula

Noviziat in Köln


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Dominikus

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Grußwort von Sr. M. Scholastika zum Dominikusfest 2015

Dies ist vielleicht die Botschaft des Dominikus an unsere Zeit:

Die Gnade der VerkĂŒndigung besteht darin,

die Welt unserer Zeit wahrzunehmen wie sie ist,

selbst in ihren stummen Schreien,

sie zu lieben, wie sie sein sollte,

allem und uns selbst zum Trotz,

da sie doch von GOTT geliebt ist,

der will, dass alle Menschen "zur Erkenntnis der Wahrheit" gelangen,

wie es in der Liturgie heißt.

Guy Bedouelle OP

Liebe Schwestern,

Dominikus liebte die Welt. Er betete fĂŒr sie und weinte um sie in der langen Stille der unzĂ€hligen NĂ€chte. Er nahm die Welt, wie sie war und legte das Evangelium Jesu gleichsam wie eine heilende Salbe in die Wunden seiner Zeit. Was ĂŒber BartolomĂ© de Las Casas geschrieben wurde, trifft auch fĂŒr Dominikus zu: er "predigt die Liebe, die die Quelle des Lichtes ist, die dem Leben seinen wahren Sinn gibt und so Lust und Freude des Lebens." Die Liebe predigen, die Liebe leben und so die Welt in ihr auffangen wie in einem bergenden Netz. Dazu ist jede von uns berufen.

Unsere Welt hungert nach unseren Gesichtern, in denen etwas von GOTTES GĂŒte zu lesen ist, von einem gelebten Vertrauen, dass unser GOTT ein GOTT des Lebens ist. Unsere Welt hungert nach Worten, die aufrichten und Orientierung geben, Worte, die nicht verurteilen, sondern Hoffnung schenken. GOTT ist DA fĂŒr diese Welt: nach dieser schlichten und doch umwerfenden Wahrheit fragen die Menschen auch heute. Und sie zĂ€hlen auf uns, dass wir den Himmel fĂŒr sie offen halten.

Unsere Welt - manchmal ist sie klein und hat die GrĂ¶ĂŸe eines Konventes; sie bewegt sich in den RĂ€umen unserer Klausur. Und dann gibt es diese andere Welt in unserem Dorf, in unserer Stadt, in der Ferne, von der wir mehr hören als wir sie erleben. Auch sie braucht uns. Dringend. Sie braucht unsere Zuwendung, unsere SolidaritĂ€t, die sich ausdrĂŒckt in einem einfachen, anspruchslosen Lebensstil. Sie braucht unser Gebet, auch dann, wenn wir mĂŒde sind, Schmerzen haben, und uns die tĂ€glichen Alltagswege MĂŒhe bereiten. Sie braucht unser lebendiges Zeugnis, dass das Leben mit Christus sich durch und durch lohnt.

Lassen wir uns durch diesen Festtag neu beauftragen, wie Dominikus der Liebe GOTTES konkrete Gestalt zu geben!

Sehr herzlich

Ihre Sr. M. Scholastika



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Frohlein zu Besuch

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Es ist zwar schon mehr als 14 Tage her, aber weil's sooo schön und vor allem so lustig war, muss ich hier noch von einem sehr netten Besuch erzĂ€hlen: Vor einiger Zeit bekamen wir per Mail eine Anfrage von Bianca SchĂ€b, die in der Werbebranche arbeitet und sich fĂŒr diesen Sommer ein ganz besonderes Projekt vorgenommen hat - mit ihrem 12 PS starken Goggomobil reist sie - auf diese Weise sehr konkret entschleunigt - quer durch Deutschland, um mit unterschiedlichsten Menschen ins GesprĂ€ch ĂŒber Fragen wie "Was kann ich tun, damit mein Leben nicht einfach nur vorbeirauscht, sondern mir wieder lĂ€nger vorkommt?"
Wir haben uns natĂŒrlich sehr darĂŒber gefreut, dass sie auch bei uns im Kloster Station gemacht hat, obwohl wir - entgegen ihrer anfĂ€nglichen Erwartungen - nicht den ganzen Tag nur schweigen. Die Begegnung mit dem etwas verrĂŒckten, aber seeehr sympathischen Frohlein-Wunder und ihrem entzĂŒckenden Autochen war auch fĂŒr uns im Kloster inspirierend und besonders unsere Königin Sr. M. Beatrix war aus dem fahrbaren Untersatz kaum noch herauszukriegen (was nicht nur daran lag, dass ihr Rosenkranz sich in der Handbremse verfangen hatte :-))) Wer Biancas Reise gerne weiterverfolgen oder sogar unterstĂŒtzen möchte, kann dies hier tun - wir jedenfalls wĂŒnschen ihr noch eine gesegnete Zeit, viele nette Begegnungen und wertvolle Erkenntnisse!
Sr. M. Ursula

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Ein Genuss

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Ich lese gerne. Schon immer und fast alles, was mir in die HÀnde fÀllt. Und manchmal ist es auch so, dass mich ein Buch so sehr fesslt, dass ich es nur schwer zur Seite legen kann. Deswegen gibt es im Urlaub fast nichts schöneres, als den ganzen Tag an der frischen Luft zu sitzen und ein Buch nach dem anderen zu lesen. Oder ein Buch anzufangen und erst damit aufzuhören wenn die letzte Seite gelesen ist, auch wenn das erst nachts um drei der Fall ist.

Leider dauert es in diesem Jahr aber noch ein bisschen, bis ich in den Urlaub fahre, weswegen ich mich lesetechnisch ein bisschen disziplinieren muss. Allerdings fiel mir in den vergangenen Tagen wieder so ein Buch in die HĂ€nde, das ich nur schwer zur Seite legen konnte. NĂ€mlich das zweite von oben hier auf dem BĂŒcherstapel. Letzte Woche hatte ich durch Zufall die Verfilmung des Buches gesehen und durch einen weiteren Zufall das Buch dann ausgeliehen bekommen. Mich berĂŒhrte es, warum auch immer, so sehr, dass ich nur schlecht das Lesen unterbrechen konnte.

Umso besser, dass gestern Sonntag war. So warf ich einfach alle meine PlĂ€ne - Briefe und Emails schreiben, sporteln,... - ĂŒber den Haufen und legte mich nach dem Mittagessen ins Bett, um das Buch zu Ende zu lesen. Einfach herrlich! Als ich am Nachmittag damit fertig war, fand ich, dass ich den Sonntag wirklich geheiligt hatte, indem ich das getan hatte, was mein Herz erfreute - lesen.

In diesem Sinne hoffe ich auf weitere wundervolle BĂŒcher und lange Sonntage bzw. dann im September auf meinen Urlaub in Vechta.

Sr. Kerstin-Marie

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Ein Segen sollst du sein!

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Unter dem Mott "Ein Segen sollst du sein!" findet derzeit die jĂ€hrliche Apollinariswallfahrt in Remagen statt. Noch bis zum 2. August wird die Kopfreliquie des hl. Apollinaris in der Kirche zu sehen sein und nach jedem Gottesdienst besteht die Gelegenheit, den Einzelsegen mit der Reliquie zu empfangen. Da der Heilige als Schutzpatron bei Kopfkrankheiten gilt und die Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, die in Remagen lebt und die Wallfahrt organisiert, gerne ergĂ€nzt, dass es um alles geht, was im Kopf ist, also auch um die Gedanken, war letzte Woche eine gute Gelegenheit, nach Remagen aufzubrechen, um den hl. Apollinaris zu besuchen. Denn wir selber hatten Besuch von drei SchĂŒlerinnen aus Mainz, die jetzt in der Oberstufe sind. Und da braucht man bekanntlich einen gut funktionierenden Kopf.

So machten wir uns letzte Woche zu fĂŒnft auf den Weg nach Remagen, um mit vielen anderen Pilgern die Pilgerandacht mitzufeiern und anschließend den Segen zu empfangen. Und auch, wenn die Andacht vielleicht nicht unbedingt jedermanns Geschmack war, so waren doch alle berĂŒhrt von der Segnung mit der großen Kopfreliquie. Dazu bekam jede noch eine Karte, wie wir Segen sein können, um so das Motto der Wallfahrt umzusetzen. Dabei hatte jede einen anderen Vorschlag auf der Karte stehen. Z.B. "Ein Segen sollst du sein, indem du deine Zeit besser nutzt." Oder "Ein Segen sollst du sein, indem du deine Begierden loslĂ€sst."

Anschließend waren alle im schönen Garten hoch ĂŒber dem Rhein zu Kaffee und Kuchen eingeladen, wo wir noch mit einigen Leuten ins GesprĂ€ch kamen und von vielen Helfern bestens versorgt wurden. So war es ein gelungener Nachmittag mit der besonderen Erfahrung des Einzelsegens mit der Kopfreliquie.

Wer also noch Zeit hat bis Sonntag, sollte unbedingt noch den Weg nach Remagen auf sich nehmen. Ich finde, es lohnt sich.

Sr. Kerstin-Marie





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So ein schöner Abend

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Am Freitag feierten Sr. M. Christina und ich Namenstag. Deswegen luden wir abends die Schwestern aus dem Schutzengelhaus zu einer Runde Stockbrot ein. Und damit das ganze auch attraktiv wurde, gab es dazu alles, was das (Pfadfinder)Herz begehrt: WĂŒrstchen, Nutella, Marmelade, KĂ€se,... So kam, trotz anfĂ€nglicher Skepsis, jede voll auf ihre Kosten und wir verbrachten einen wunderschönen Abend.

Sr. Kerstin-Marie

 

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Zukunftsmusik

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Am letzten Wochenende war ich bei den Frauen:Perspektiven des Bistums Trier dabei. Es war eines von drei thematischen Foren anlÀsslich der Synode in Trier. Wie der Name schon verrÀt, ging es bei diesem Forum rund um das Thema Frauen in Kirche und Gesellschaft, was ja gar nicht immer so einfach ist. Weil das so ist, waren verschiedene Expertinnen und Experten eingeladen, die in PerspektivgesprÀchen einen Aspekt etwas genauer beleuchteten und zum Austausch einluden. Besonders interessant fand ich dabei die Perspektive 11 "Frauen und Weihe". Denn ich erinnere mich noch an den ersten Dies Academicus an der Ruhr-Uni, den ich wÀhrend meines Studiums erlebte, und bei dem es um das gleiche Thema ging - vor 16 Jahren. Damals konnten Frauen nicht geweiht werden und heute geht das immer noch nicht.

Also Stillstand in der Kirche? Meine Erkenntnis vom letzten Wochenende ist, dass die Kirche eben nicht still steht, auch nicht, wenn es um das Thema Frauen und Weihe geht. Denn immerhin scheint es heute nicht völlig abstrus zu sein, ĂŒber die Weihe von Frauen zu Diakoninnen nachzudenken, auch wenn das zur Zeit Zukunftsmusik ist. Viel wesentlicher erschien mir aber die Tatsache, dass es bei den Diskussionen auch darum ging, nachzufragen, was eigentlich noch hinter dem Weiheamt steckt. Denn mit dem Amt ist in der Kirche immer auch Macht verbunden und oft scheint es auch darum zu gehen, wer letztendlich das Sagen hat. Und hier scheint ja ein Spielraum zu sein, denn zuerst kann man sich mal fragen, was es in der Kirche eigentlich bedeutet, ein Amt zu bekleiden und wie Macht ausgeĂŒbt wird. Und im zweiten Schritt gibt es ja immer wieder auch Möglichkeiten, Stellen und Positionen nicht per se mit einem Priester zu besetzen, wo es nicht zwingend notwendig ist. Das heißt am Ende dann nicht unbedingt, dass auch Frauen zur Weihe zugelassen werden, aber ich bin davon ĂŒberzeugt, dass es zu einer VerĂ€nderung im Umgang mit Macht kommt.

So bewegt sich also etwas in der Kirche, wenn vielleicht auch nur langsam, aber bestĂ€ndig. Und ich bin gespannt, wohin diese VerĂ€nderungen fĂŒhren werden.

Sr. Kerstin-Marie




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Die Dynamik des VorlÀufigen

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Letzte Woche hatten wir die große Freude, mit sechs Schwestern unterschiedlicher Gemeinschaften fĂŒr eine Woche nach TaizĂ© zu fahren. Dort nahmen wir an einer speziellen Woche fĂŒr junge Ordensleute aus der ganzen Welt teil, in der es um "Die Berufung zum monastischen oder Ordensleben heute" ging. Dabei hielten uns 350 Ordensleuten aus 30 Nationen und 60 Gemeinschaften aller Konfessionen verschiedene Ordensleute VortrĂ€ge und legten Zeugnisse ab. Vom katholischen Ordensmann ĂŒber die protestantische Ordensfrau zum koptischen Bischof beschenkten uns 24 Referenten aus der ganzen Welt mit wunderbaren Worten. Sr. Katharina aus Köln, die mit uns unterwegs war, sagte gegen Ende der Woche: "All das Gute wird wie mit einer Spritze direkt in uns hineingegeben. Und nach und nach wird alles wieder an die OberflĂ€che kommen." Es waren wirklich wunderbare VortrĂ€ge, die niemanden im Plenum kalt ließen.

Die Inhalte konnten dann auch am Ende des Tages in einer GesprĂ€chsgruppe geteilt werden, wo deutlich wurde, was fĂŒr uns junge Ordensleute besonders wichtig war. Die Frage nach Gemeinschaft und IndvidualitĂ€t, die Frage nach der Liebe des NĂ€chsten, die Erkenntnis, dass wir Viele sind,... Und dieses ganze dichte Programm war eingebettet in das alltĂ€gliche Leben in TaizĂ©. Mit drei Gebetszeiten am Tag, viel Stille wĂ€hrend der Gebete, ĂŒbernachten zu sechst in einer Baracke in einer großen Freiluftklausur, Essen aus "Big Kitchen" und natĂŒrlich auch der Freude an den vielen verschiedenen Begegnungen. Eine ganz besondere Begegnung war fĂŒr uns Dominikaner - zwei polnische BrĂŒder und insgesamt drei Schwestern aus Deutschland waren letzte Woche auf dem HĂŒgel - war die mit unserem Ordensmeister Bruno CadorĂ©, der von Mittwoch bis Donnerstag in TaizĂ© war. Am Mittwochabend hatten wir dann die Gelegenheit, ihn in kleiner Runde zu treffen und den Abend mit ihm in La Morada zu verbringen. Dabei gab er uns wunderbare Worte mit auf den Weg, so dass Br. MattĂ€usz am Ende meinte: "Das war der beste Vortrag der Woche." Auf jeden Fall war es ein Abend, an dessen Ende wir alle wie betrunken von dem GlĂŒck waren, zur dominikanischen Familie zu gehören.

FĂŒr mich war diese Woche eine wunderbare Vorbereitung auf die ewige Profess, auch neben den Worten von Bruno CadorĂ© an uns. Es waren einfach großartig gnadenreiche Tage und dazu noch eine Woche, die wir wohl so nie wieder erleben werden, weil es wohl so schnell kein solches Treffen mehr geben wird. Von daher waren wir alle ĂŒberaus glĂŒcklich, diese spezielle Zeit in TaizĂ© verbracht zu haben und nehmen jede Menge von dieser Dynamik mit in den Alltag.

Sr. Kerstin-Marie

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Br. Tomasz, Sr. Amparo, Br. Bruno Cadoré, Sr. Alcione, Sr. Kerstin-Marie, Br. MattÀusz
Br. Tomasz, Sr. Amparo, Br. Bruno Cadoré, Sr. Alcione, Sr. Kerstin-Marie, Br. MattÀusz

Weitere Bilder gibt es hier.

 

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Augen-weide

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So schön kann Brachzeit sein - im vergangenen Jahr haben wir uns im Team von Kloster Arenberg dazu entschlossen, unserer KrĂ€uterei im Sommer 2015 eine Auszeit zu gönnen, um uns einmal in Ruhe Gedanken ĂŒber eine dringend notwendige Neukonzeptionierung unserer Außenanlagen zu machen. So kam uns die Idee, unserem guten alten KrĂ€uteracker in diesem Jahr ein neues Gewand in Form einer Wildblumenwiese zu verpassen. Nachdem wir nun wochenlang gespannt waren, wie das Ganze denn aussehen wird, wenn es in voller BlĂŒte steht, kommen wir seit Anfang der Woche aus dem Staunen ĂŒber so viel Schönheit gar nicht mehr heraus.

FĂŒr mich ist das ein starkes Bild: ein Jahr ohne KrĂ€uteranbau, das wĂ€re fĂŒr viele von uns in frĂŒheren Zeiten absolut undenkbar gewesen. Gleichzeitig haben wir aber gespĂŒrt, dass wir alle nicht frei werden, um neu zu denken, wenn wir weiterhin so viele Ressourcen binden, um am Alten festhalten zu können. Und nun stellen wir fest, dass es einfach gut und richtig ist, auch Liebgewonnenes einfach einmal loszulassen, um es entweder neu geschenkt zu bekommen, oder auch offen zu werden fĂŒr das ganz Andere.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was hier auf dem Arenberg kĂŒnftig noch wachsen und gedeihen darf und freue mich aufs weitere "PlĂ€ne-schmieden" :-)

Sr. M. Ursula

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Seht, ich mache Neues.

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Am Sonntag war ich mit dem Rad auf der Nordbahntrasse in Wuppertal unterwegs. Ca. 22 km lang lĂ€sst es sich auf Asphalt ĂŒber die DĂ€cher und unter den HĂ€usern Wuppertals hindurch auf einem alten Schienenweg radeln. Dabei bekommt man einen ganz neuen Blick auf die Stadt, die ja einen eher speziellen Charme hat und unter ihrer hohen Verschuldung leidet. Umso beeindruckender finde ich, dass es gelungen ist, den Radweg anzulegen und ihn ĂŒber jede Menge BrĂŒcken und Tunnel zu fĂŒhren und dass dabei wirklich einiges verĂ€ndert wurde. Das GelĂ€nde rund um den Wichlinghauser Bahnhof, das zu Schulzeiten eher schĂ€big war, ist jetzt eine tolle Freizeitanlage, an der sich am Sonntag jede Menge Leute tummelten. So viele Leute waren auf der ganzen Strecke unterwegs, dass ich den Eindruck hatte, dass der neue Weg ein echter Gewinn fĂŒr die Stadt ist. Überhaupt hatte ich das GefĂŒhl, dass sich auf der Nordbahntrasse Leute begegnen, die sonst nicht so viele BerĂŒhrungspunkte haben. Also scheint dieser Radweg irgendwie ein verbindendes Element zu sein, das entstanden ist aus dem Untergang der Industrie bzw. aus dem Wandel des Transportwesens. 

FĂŒr unser Generalkapitel im Herbst hoffe ich, dass es uns ebenso gelingt, Neues zu entdecken, das verbindend ist. Vielleicht gibt es auch bei uns etwas, das schon lĂ€ngst da ist, das bislang aber anders oder derzeit vielleicht gar nicht genutzt wird. Etwas, das mit ein bisschen Aufwand etwas ganz anderes werden kann, das ganz neue Perspektiven eröffnet und Menschen zusammen bringt. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

Sr. Kerstin-Marie

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BrĂŒder

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Familia dominicana olĂ© - im Noviziat bekamen wir gestern Besuch von P. Philipp und den drei Novizen der Dominikanerprovinz Teutonia. NatĂŒrlich haben wir uns ganz schwestern-like ins Zeug gelegt und unsere lieben MitbrĂŒder mit frisch gebackenen Waffeln, Johannisbeer-Kompott aus dem eigenen Garten, Sahne und Sonntagsgeschirr empfangen :-) Nachdem wir uns mit diesen Köstlichkeiten gestĂ€rkt hatten, gab es bei einer kurzen HausfĂŒhrung durch unser GĂ€stehaus Kloster Arenberg im Anschluss direkt die Gelegenheit, ĂŒberschĂŒssige Kalorien (und davon gab es nicht wenige) im Fitnessraum abzutrainieren. Nach der gemeinsamen Sonntagsvesper musste dann definitiv wieder eine StĂ€rkung her und die Schwestern im Mutterhaus freuten sich, dass der Noviziatstisch im Refektorium gleich doppelt besetzt war.
FĂŒr uns alle war es ein richtig netter, gelungener Nachmittag, der ganz sicher nicht der letzte seiner Art war.

Sr. M. Ursula

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wie heute Dominikaner(in) sein?

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Lange hatten wir uns darauf gefreut, und in der vergangenen Woche war es endlich soweit - mit insgesamt 9 jungen Schwestern fĂŒnf verschiedener Gemeinschaften aus Österreich, Deutschland und der Schweiz trafen wir uns zur vierten Studienwoche fĂŒr junge Dominikanerinnen in Speyer. Als Referentin hatten wir Sr. Holkje van der Veer OP aus den Niederlanden eingeladen, die mit uns der Frage nachging, was es bedeutet, heute als Dominikanerin in dieser Welt unterwegs zu sein. FĂŒr uns alle, die wir im Alltag in Gemeinschaften leben, in denen die meisten Schwestern weit ĂŒber 80 Jahre alt sind, war es sehr inspirierend, uns darĂŒber auszutauschen, wie wir heute unser dominikanisches Ordensleben gestalten, wie wir persönlich unseren Auftrag leben und die frohe Botschaft des Evangeliums zu den Menschen tragen.Grundlage fĂŒr unsere GesprĂ€che war einerseits das Schreiben von Papst Franziskus zum Jahr der Orden und andererseits ein Brief, den unser Ordensmeister Bruno CadorĂ© in Vorbereitung der JubilĂ€umsfeierlichkeiten zum 800jĂ€hrigen Bestehen des Dominikanerordens geschrieben hat. Anlehnend an den Auftrag Jesu an Maria Magdalena - „Geh zu meinen BrĂŒdern und berichte ihnen“ (Joh 20,17) - machten wir uns Gedanken ĂŒber unsere Weise der VerkĂŒndigung, erzĂ€hlten uns von unseren ganz persönlichen (Oster-)Erfahrungen, die uns dazu drĂ€ngen, zu unseren BrĂŒdern und Schwestern zu gehen und zu berichten. Beeindruckend war fĂŒr uns vor allem auch der Nachmittag, an dem wir uns in Kleingruppen aufmachten, um Menschen an „Anders-Orten“ zu besuchen. WĂ€hrend Sr. Manuela aus Cazis und ich an der TĂŒr der Caritas-Suchtberatung klingelten, besuchten andere ein alteingesessenes Bestattungsunternehmen, eine Schule und ein Krankenhaus. Auch wenn einige der Menschen, mit denen wir ins GesprĂ€ch gekommen waren, Tag fĂŒr Tag mit furchtbaren Schicksalen konfrontiert sind, so spĂŒrten wir doch bei allen eine unverbrĂŒchliche Hoffnung und eine Liebe zum Leben, die uns tief berĂŒhrt hat.

So machten wir uns gestern innerlich und Ă€ußerlich gut genĂ€hrt auf den Heimweg in unsere Konvente und freuen uns nun wieder auf das wunderbare, pralle, dominikanische Ordensleben mit all seinen Facetten ;-)

Sr. M. Ursula

 

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Schwestern

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Seit ein paar Wochen haben wir hier in Oberhausen WLan in der Klausur. Es ist alles noch ein bisschen provisorisch, deswegen ist das GerÀt noch nicht ordentlich montiert und steht auf einem Wasserkasten auf dem Treppenabsatz, aber es tut schon seinen Dienst. Und weil es noch so neu ist, entdeckte ich vor ein paar Tagen erst die Möglichkeit, die vor sich hinblinkenden LEDs auszuschalten. Der Router versieht seinen Dienst weiter, es leuchtet aber nur noch ein LÀmpchen. Das fand ich besser und schaltete die LEDs aus. 

Heute morgen dann sprachen mich mehrere Schwestern darauf an: "Schwester, ist das GerÀt kaputt? Die Lampen sind ja aus." Und eine andere Mitschwester meinte: "Ich hab ja gesehen, dass die Lampen aus sind, aber ich bin nicht dran gegangen." 

Die wenigsten unserer Schwestern nutzen das WLan ja, eigentlich hat ja fast keine einen Computer oder eine Idee davon, wozu das GerĂ€t da ist. Umso mehr freut es mich, dass sie sich trotzdem dafĂŒr interessieren und zumindest darauf achten, wenn sich etwas verĂ€ndert. Das mag ich sehr bei uns, dass es eigentlich immer eine große Offenheit fĂŒr VerĂ€nderungen und Neuigkeiten gibt, auch, wenn nicht jede sie nutzen muss oder will oder braucht. Aber immer wird es denjenigen gegönnt, die es brauchen. Und das macht es so schön bei uns.

Sr. Kerstin-Marie

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Begegnungen

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by Carla Diego
by Carla Diego

Ich mag Italien. Und ich lerne gerne Sprachen, das soll gut sein fĂŒrs Gehirn und schön ist es ja auch noch, wenn man sich mit unterschiedlichen Menschen unterhalten kann. 
Vor anderthalb Jahren habe ich durch Sr. M. Johanna eine App entdeckt, mit der man kostenlos Sprachen lernen kann. Und weil ich Italien mag und ja nun auch ein paar Mal mit Schweizer Jugendlichen eben dort war, habe ich begonnen, Italienisch zu lernen. Ich mag den Klang, ich finds nicht so schwer und praktisch war es bislang auch. Weil aber Spanisch wegen meiner Arbeit fĂŒr "kontinente" noch praktischer ist, lerne ich nun einfach beide Sprachen. Das fĂŒhrt in mir selber manchmal zu Konfusionen, aber ich denke, es hĂ€lt sich noch in Grenzen. Deswegen lerne ich z.B. auf dem Weg nach Essen in der S-Bahn Spanisch und nicht Italienisch. 

Heute morgen saß also ein junger Mann neben mir in der Bahn, wĂ€hrend ich mit meinem Handy Spanisch lernte. Er hatte auch ein Mobilteil dabei, aber was er machte, wusste ich nicht. Kurz vor Ende der Fahrt sprach er mich an: "Ach, Sie lernen Spanisch?" "Äh, ja." "Ja, ich habe da auch so eine App, um Sprachen zu lernen. Die ist total praktisch. Schauen Sie mal." Ich: "Ach, ist ja interessant. Wie heißt sie denn?" Es ist ja nie verkehrt, etwas neues kennenzulernen. Der junge Mann nannte mir den Namen und ich musste aussteigen, nicht ohne, dass ich meine App empfahl.

Auf dem Weg zum BĂŒro schaute ich gleich ganz interessiert nach der genannten App, von der ich mich schon beim kurzen Anschauen gewundert hatte, dass da offensichtlich ganze Lektionen zum Thema Bibel vorhanden waren. Nun ja, im App-Store stellte sich dann heraus, dass dieses Sprachlernprogramm extra von den Zeugen Jehovas programmiert worden ist, damit die Mitglieder besser missionieren können. 
Das dÀmpfte meine Freude auf eine neue Sprachapp ein bisschen und ich frage mich, ob der junge Mann wohl selber ein Zeuge Jehovas war. Wenn ja, warum empfiehlt er mir seine App? Wenn nein, warum kennt er diese App? Aber egal, ich verbuche das unter einer an sich netten und skurrilen Begegnung, die man so in der S-Bahn erlebt.

Dass es dann aber doch praktisch ist, eine Sprache zu lernen und auch Italienisch zu erlernen, erlebte ich, als ich auf dem RĂŒckweg nach Oberhausen von einem Mann gefragt wurde, ob ich Italienisch spreche. Ich konnte immerhin zaghaft antworten: "Un poco." Und das bisschen reichte aus, um ihm dabei zu helfen, zu seinem Ziel zu kommen. Alles habe ich zwar nicht verstanden, aber so viel, dass ich meine, dass es sich wirklich lohnt, Italienisch zu lernen.

In diesem Sinne: "Buonasera" und "Buenas noches!"

Sr. Kerstin-Marie

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Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder

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„Carcassonne Miples“ von JĂșlio Reis (User:Tintazul) - Original File. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 ĂŒber Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carcassonne_Miples.jpg#/media/File:Carcassonne_Miples.jpg
„Carcassonne Miples“ von JĂșlio Reis

Gestern war ein Nachmittag ganz nach meinem Geschmack: Ich war mit den Studierenden des Bewerberkreises im Bistum Essen zusammen und wir haben ausfĂŒhrlichst Carcassonne mit allen möglichen Erweiterungen gespielt, uns in fremde StĂ€dte geschlichen, um Wiesen gekĂ€mpft und als Wegelagerer auf fette Beute spekuliert. Nebenbei kam noch die Frage auf, ob derjenige mit den meisten Klöstern vielleicht mal ĂŒber seinen weiteren Lebensweg nachdenken sollte...
Also ein echt lustiger und entspannter Nachmittag, den es eigentlich öfter geben sollte. 

Lustigerweise ist Carcassonne auch so ein Spiel, das immer wieder auftaucht in meinem Leben. Als es noch relativ neu war, haben wir es mittwochs immer in der Uni in der Cafete gespielt und damit andere Menschen von ihren Vorlesungen abgehalten. Im Pastoralkurs in Trier lagen die KÀrtchen auch das ein oder andere Mal auf dem Tisch und spÀter dann auch mal im Noviziat. Eine Zeit lang haben wir es auch hier in Oberhausen am Sonntagabend mit einigen Schwestern gespielt. Und jetzt also wieder gestern Nachmittag. 

Weil es so ein nettes und entspanntes Spiel ist, erinnere ich mich, sobald ich die Spielfiguren sehe, gleich an viele schöne Stunden der letzten 15 Jahre. Wie schön! So kann ich mich noch am gestrigen Nachmittag erfreuen, an dem es echt lĂ€ssig und entspannt war und denke gleichzeitig an die lustigen Stunden, die ich mit unterschiedlichen Freunden und Mitschwestern mit Carcassonne verbracht habe. Also macht das Spiel nicht nur im Moment Spaß, sondern ist auch ein funktionierender Erinnerungsanker.

Sr. Kerstin-Marie

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Schleierbonus...

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Zusammen mit unseren Novizinnen und Postulantin Melanie nehme ich gerade an einer Noviziatswerkwoche im Horrem teil - seit Montag beschÀftigen wir uns intensiv mit dem nicht ganz leicht verdaulichen Thema "Schuld und Vergebung - Chancen zum befreiten Dasein in Christus".

Bei allem Anspruchsvollem, womit wir in dieser Woche konfrontiert werden, gibt es aber auch immer wieder etwas zu lachen. So zum Beispiel gestern Abend, als wir uns mit einer Gruppe von Noviziatsleiterinnen und unserem großartigen Referenten Dr. Georg Beirer nach einem langen und anstrengenden Kurstag und mit daher hoch aktiviertem Belohnungssystem noch eine kleine Erfrischung gönnen wollten. Die EnttĂ€uschung war recht groß, als wir feststellen mussten, dass die einzige Eisdiele in der NĂ€he genau fĂŒnf Minuten zuvor geschlossen hatte, doch so schnell wollten wir nicht aufgeben. Wir zogen weiter in Richtung Bahnhof, als meine recht gut trainierte Nase plötzlich den wohlvertrauten Geruch eines bekannten Fastfoodrestaurants witterte. Und tatsĂ€chlich - wenige Meter spĂ€ter blinkte uns das "Goldene M" entgegen und unversehens legten unsere mĂŒden Beine nochmals einen Zahn zu. Wir mĂŒssen wohl unglaublich bedröppelt dreingeschaut haben, als wir an der verschlossenen TĂŒr zogen und feststellen mussten, dass wir auch hier genau 5 Minuten zu spĂ€t dran waren, denn plötzlich sperrte der Besitzer die TĂŒr von innen auf mit den Worten "Ich will mich ja nicht mit Ihrem Chef anlegen" und spendierte (!) uns dann auch noch eine Runde Eis. Klar war das eine Situation, die ohne Ordenskleid garantiert anders ausgegangen wĂ€re, aber der gute Mann machte uns mit dieser liebenswerten Geste gestern Abend so viel Freude, dass wir heute noch alle mit einem breiten Grinsen durch die Gegend gelaufen sind, wenn wir an diese Geschichte gedacht haben.

So senden wir nun eisige GrĂŒĂŸe aus dem schönen Horrem, bevor wir morgen wieder auf den Arenberg zurĂŒckkehren

Sr. M. Ursula

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Sommer!

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Ich liebe den Sommer! Ganz besonders den FrĂŒhsommer, wenn es noch keine tropischen NĂ€chte gibt, wenn die Wolken noch wild ĂŒber den Himmel ziehen und das GrĂŒn der BlĂ€tter noch nicht ganz satt und dunkel ist. Wenn die Brombeeren noch BlĂŒten sind und der Holunder blĂŒht. 

Ich finde, dann ist alles so verheißungsvoll und voller Leben. Alles ist dann noch möglich fĂŒr diesen Sommer, denn Sommer ist ja immer irgendwie eine besondere Zeit. Wer erinnert sich nicht an tolle Sommer, in denen etwas spezielles passiert ist? Ein grandioser Urlaub, eine wunderbare Liebe, eine Weltmeisterschaft. Denn der Sommer verspricht mit seinen langen Abenden und kurzen NĂ€chten ja auch immer etwas AußeralltĂ€gliches. Was im Sommer geht, ist im Herbst und Winter nicht mehr vorstellbar - wer will dann noch spĂ€t abends im Englischen Garten sitzen?

So wie im FrĂŒhsommer noch alles möglich ist, so denke ich oft, dass ja auch in meinem Leben noch alles  - auf jeden Fall ziemlich viel - möglich ist. Und wahrscheinlich ist bis zum Ende noch ziemlich viel möglich, weil unser Leben ja nicht abgeschlossen ist, wenn wir 50 oder 60 oder 70 sind oder wenn wir die ewige Profess abgelegt haben. Es bleibt ja bis zum Schluss die Frage, was der nĂ€chste Sommer wohl bringen mag und es kann immer phantastisch sein. 

Und deswegen freue ich mich an diesen Sommertagen und auf einen phantastischen Sommer. Und auf ein weiterhin großartiges und pralles Leben. Und wĂŒrde am liebsten direkt aufs Fahrrad steigen, um neues Land und neue Leute zu entdecken.
In diesem Sinne wĂŒnsche ich allen einen phantastischen Sommer!

Sr. Kerstin-Marie

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Wir sind umgezogen!

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"Nichts ist so bestĂ€ndig wie der Wandel" sagen die jungen Schwestern immer wieder. Und so ist es Zeit, in unserem Blog auch einen Wandel vorzunehmen. Denn Sr. M. Ursula und Sr. Kerstin-Marie, die in erster Linie fĂŒr den Blog verantwortlich sind, sind und fĂŒhlen sich nicht mehr so richtig als Ordensjugend. Schließlich hat Sr. Ursula schon ihre ewige Profess abgelegt und Sr. Kerstin-Marie könnte auch bald soweit sein. Da wollen wir nicht zum siebten Mal von unseren Exerzitien berichten oder davon, wie wir im Kloster Weihnachten feiern. Das haben wir aus unserer Sicht oft genug getan.

Die, die jetzt die Jugend sind, konnten bei sich nicht unbeding das Charisma des Bloggens entdecken - vielleicht reichen auch zwei bloggende Schwestern aus. Auf jeden Fall war das fĂŒr uns der Anlass, den Blog neu zu gestalten. Mit einer neuen Adresse und einem neuen Auftritt. Und auch inhaltlich wollen wir in Zukunft einfach mehr von dem berichten, was gerade so los ist. Schwesterntagung oder Grillfest, WĂŒstentag oder Impuls zum Kirchenjahr. Das ist vielleicht gar nicht so anders als im op-jugend-Blog, aber einfach mit dem Gedanken, dass es uns noch mehr darum geht, diejenigen, die unseren Blog lesen, an unserem Alltag teilhaben zu lassen. 

So freuen wir uns auf diesen neuen Blog, auf viele interessierte Leserinnen und Leser, auf RĂŒckmeldungen und auf neue Ideen fĂŒr unseren Blog.

Sr. Kerstin-Marie

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