Arenberger Dominikanerinnen, April 2021

Nun sind bereits einige Monate vergangen, seit wir auf dem Arenberg unser XXIII. Generalkapitel gefeiert haben. Dass dieses wichtige Ereignis für unsere Schwestern nicht einfach nur ein Strohfeuer war, sondern uns wirklich neu ausgerichtet und in vielerlei Hinsicht beflügelt hat, ist für uns alle bis heute spürbar.

Ein kleines "Früchtchen" war, dass wir im Kapitel beschlossen haben, uns in diesem Jahr einmal in einem Visionsentwicklungsprozess die Frage zu stellen, was unsere Gemeinschaft im Tiefsten ausmacht, was unser gemeinsames Charisma ist, wo wir noch wachsen und welche Schwerpunkte wir zukünftig setzen möchten. Dieser Prozess ist für uns wichtig geworden in einer Zeit, in der wir nahezu alle unsere früheren Werke (Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime) abgegeben und wir Schwestern erst einmal kein gemeinsames Arbeitsfeld mehr haben. Was bedeutet es für uns heute Arenberger Dominikanerin zu sein? Was gehört unbedingt zu uns, worauf könnten wir künftig auch verzichten? Wofür brennen wir als Gemeinschaft?

So trafen wir (über 30 hochmotivierte Schwestern zwischen 36 und 93 Jahren) uns bereits im April mit Prof. Alexander Kaiser und Stefan Gächter zu einer ersten Einheit "VIKOBAMA", um zunächst einmal die bisherigen Sternstunden unserer Gemeinschaft, aber auch unsere eigenen Fähigkeiten und Begabungen genauer in den Blick zu nehmen und damit den IST-Zustand in den Blick zu nehmen. Zwischen April und Mai bekam jede der Teilnehmerinnen die Aufgabe, ganz konkret in die Zukunft zu schauen: Wenn ich im April 2021 morgens aufwache und durch und durch glücklich bin, Arenberger Dominikanerin zu sein: Durch welche Begleitumstände wird dieses Glück ermöglicht? Was sollte sich bis dahin getan haben? Wo stehe ich persönlich, wo steht die Gemeinschaft?

Und so trafen wir uns nun in der vergangenen Woche, um uns zunächst einmal in aller Ausführlichkeit unsere eigenen Visionen für unsere Gemeinschaft vorzustellen, und uns dann in einem zweiten Schritt zu einer gemeinsamen Vision vorzutasten, die jede von uns mittragen kann und will. Als wir am Freitagnachmittag wieder auseinander gingen, war diese Vision zwar noch nicht ausformuliert (das wird nun in den kommenden Wochen geschehen), aber wir alle waren überrascht, wie einfach es letztlich für uns in dieser wild zusammengewürfelten Schwesterngruppe war, gemeinsame Ziele zu formulieren und zu erspüren, was für uns in Zukunft wesentlich sein wird.

Und so kann ich heute nur wieder einmal voller Dankbarkeit sagen: Es ist einfach großartig, einer solchen Gemeinschaft anzugehören, die äußerlich vielleicht immer schwächer wird, sich aber innerlich immer neu auf den Weg macht, um offen zu sein für das, was Gott an uns und durch uns in diese Welt hinein wirken will. Und eines steht fest: es bleibt spannend!!

Sr. M. Ursula

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Mechthild (Dienstag, 14 Juni 2016 09:58)

    Beim lesen dachte ich: das ist ja bestimmt ganz spannend. :-)
    Und was sagt Sr.M.Ursula am Ende des Berichts ?
    'Und eines steht fest: es bleibt spannend!!' :-)
    Ich bewundere die Lebendigkeit Ihrer Gemeinschaft und wünsche Ihnen Gottes Segen, immer wieder Zeichen und seinen Hl. Geist auf Ihrem Weg ins Jahr 2021
    Ihnen allen einen wundervollen Tag

  • #2

    Julia (Samstag, 18 Juni 2016 20:38)

    wuensche ihnen auf dem Weg Gottesdienst bei stand.

  • #3

    Mechthild (Mittwoch, 29 Juni 2016 18:39)

    Leider kann man auf den letzten beiden Posts keine Kommentare schreiben.
    Ist es von Ihnen so gewollt dass die Kommentarmöglichkeiten geschlossen sind??
    Liebe Grüße

  • #4

    Dorothee (Sonntag, den 16.07.2016) (Samstag, 16 Juli 2016 19:01)

    Liebe Schwester Ursula,
    ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Gemeinschaft die sich mutig auf lebendige Gruppenprozesse eingelassen hat. Ich spüre eine Portion Zugehörigkeit und froher Verbundheit unter einander.
    Wir als geistliche Gemeinschaften sind u.a. aufgerufen Orte zu suchen, die jenseits von richtig und
    falsch sind.
    frohe Grüsse an alle Ihre Schwestern