Der Hund mit der Fackel

Am Samstag haben wir mit der ganzen familia dominicana weltweit das Jubiläumsjahr zu 800 Jahre Dominikanerorden eröffnet. Und schon vor genau einer Woche war ich eingeladen, in der JVA Bochum - quasi schon vorauseilend zum Jubiläum - den heiligen Dominikus vorzustellen. Einmal im Jahr gibt es von der Seelsorge der JVA aus das Angebot "Eine Hand voll Heilige", bei der an drei aufeinander folgenden Abenden verschiedene Heilige vorgestellt werden. Ca. 60 Inhaftierte nahmen dieses Angebot an und ließen sich am letzten der drei Tage etwas über den heiligen Dominikus erzählen. Am Anfang stand ein kleines Video von den Philippinen, das wir gemeinsam anschauten und das helfen sollte, unseren Gründer und seine Beweggründe ein bisschen besser kennenzulernen. Darin kommt sehr prominent auch der Hund mit der Fackel vor, mit dem Dominikus oft dargestellt wird.

Nach einer Pause war im zweiten Teil des Abends für die Männer dann die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Allgemein zu Dominikus und seinem Leben, aber auch zu meinem Leben. Auf jeden Fall war ein großes Interesse zu spüren, denn die Fragen endeten nicht, bis es Zeit war, die Veranstaltung zu beenden. Im Gegensatz zu einer Veranstaltung an einem anderen Ort war hier klar, dass der Zeitrahmen einzuhalten ist, schließlich mussten die Männer wieder zurück in ihre Zellen.

Besonders schön fand ich nach diesem schönen und anregenden Abend, als P. Placidus aus Stiepel mir letzten Freitag nach der Jugendvigil erzählte, dass er in der JVA gerade einen Häftling auf die Taufe vorbereite. Dieser tue sich ein bisschen schwer mit vielen Dingen. Aber er habe ihm davon erzählt, dass am Mittwoch eine Dominikanerin dagewesen sei und etwas von Dominikus und dem Hund mit der Fackel erzählt habe. Mich hat berührt, dass dieser Mann offensichtlich von Dominikus berührt war.

Was auch immer hängen bleibt bei einzelnen Menschen, mit denen wir reden, wir wissen es vorher nicht. Und wenn es manchmal vielleicht auch nur Kleinigkeiten sein mögen, wie der Hund mit der Fackel, so bin ich mir sicher, dass dieser Mann, sobald er eine Darstellung des hl. Dominikus mit Hund und Fackel sieht, weiß, wer das ist. Und vielleicht fällt ihm noch ein bisschen mehr ein von diesem Abend. 

So war der Abend in der Krümmede ein doppeltes Geschenk für mich.

Sr. Kerstin-Marie

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Kommentare: 3
  • #1

    Jutta (Mittwoch, 25 November 2015 12:53)

    Meine Maus geht wieder

  • #2

    Holger (Mittwoch, 25 November 2015 13:28)

    Find ich toll, Jutta. Dann kannst du ja jetzt zum Turnen gehen

  • #3

    Braut Christi ohne Kloster / Gabriele (Freitag, 27 November 2015 15:50)

    Was hat der Hund mit Dominikus zu tun?
    Ich weiß nur, dass Don Bosco immer wieder von einem Hund begleitet wurde, der ihn wohl auch aus Gefahren befreite, aber von Dominikus ist mir da nichts bekannt.