Die Dynamik des Vorläufigen

Letzte Woche hatten wir die große Freude, mit sechs Schwestern unterschiedlicher Gemeinschaften für eine Woche nach Taizé zu fahren. Dort nahmen wir an einer speziellen Woche für junge Ordensleute aus der ganzen Welt teil, in der es um "Die Berufung zum monastischen oder Ordensleben heute" ging. Dabei hielten uns 350 Ordensleuten aus 30 Nationen und 60 Gemeinschaften aller Konfessionen verschiedene Ordensleute Vorträge und legten Zeugnisse ab. Vom katholischen Ordensmann über die protestantische Ordensfrau zum koptischen Bischof beschenkten uns 24 Referenten aus der ganzen Welt mit wunderbaren Worten. Sr. Katharina aus Köln, die mit uns unterwegs war, sagte gegen Ende der Woche: "All das Gute wird wie mit einer Spritze direkt in uns hineingegeben. Und nach und nach wird alles wieder an die Oberfläche kommen." Es waren wirklich wunderbare Vorträge, die niemanden im Plenum kalt ließen.

Die Inhalte konnten dann auch am Ende des Tages in einer Gesprächsgruppe geteilt werden, wo deutlich wurde, was für uns junge Ordensleute besonders wichtig war. Die Frage nach Gemeinschaft und Indvidualität, die Frage nach der Liebe des Nächsten, die Erkenntnis, dass wir Viele sind,... Und dieses ganze dichte Programm war eingebettet in das alltägliche Leben in Taizé. Mit drei Gebetszeiten am Tag, viel Stille während der Gebete, übernachten zu sechst in einer Baracke in einer großen Freiluftklausur, Essen aus "Big Kitchen" und natürlich auch der Freude an den vielen verschiedenen Begegnungen. Eine ganz besondere Begegnung war für uns Dominikaner - zwei polnische Brüder und insgesamt drei Schwestern aus Deutschland waren letzte Woche auf dem Hügel - war die mit unserem Ordensmeister Bruno Cadoré, der von Mittwoch bis Donnerstag in Taizé war. Am Mittwochabend hatten wir dann die Gelegenheit, ihn in kleiner Runde zu treffen und den Abend mit ihm in La Morada zu verbringen. Dabei gab er uns wunderbare Worte mit auf den Weg, so dass Br. Mattäusz am Ende meinte: "Das war der beste Vortrag der Woche." Auf jeden Fall war es ein Abend, an dessen Ende wir alle wie betrunken von dem Glück waren, zur dominikanischen Familie zu gehören.

Für mich war diese Woche eine wunderbare Vorbereitung auf die ewige Profess, auch neben den Worten von Bruno Cadoré an uns. Es waren einfach großartig gnadenreiche Tage und dazu noch eine Woche, die wir wohl so nie wieder erleben werden, weil es wohl so schnell kein solches Treffen mehr geben wird. Von daher waren wir alle überaus glücklich, diese spezielle Zeit in Taizé verbracht zu haben und nehmen jede Menge von dieser Dynamik mit in den Alltag.

Sr. Kerstin-Marie

Br. Tomasz, Sr. Amparo, Br. Bruno Cadoré, Sr. Alcione, Sr. Kerstin-Marie, Br. Mattäusz
Br. Tomasz, Sr. Amparo, Br. Bruno Cadoré, Sr. Alcione, Sr. Kerstin-Marie, Br. Mattäusz

Weitere Bilder gibt es hier.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Mechthild (Donnerstag, 16 Juli 2015 19:17)

    Ach ist das schön.
    Aus jeder Zeile spürt man die Freude, die Begeisterung und die Fülle dieser Tage.
    Es muß tief beeindruckend sein, so viele verschiedene Ordensleute zu erleben.
    350 Ordensleute aus 60 Gemeinschaften.....
    ...und alle sprechen dieselbe Sprache.
    Die Sprache des Glaubens , der Liebe und der Nachfolge.
    Schade daß das mit den Bilder nicht so klappt.
    Leider kann man die Seiten nicht weiterblättern und die Bilder lasse sich auch nicht vergrößern.
    Wann wird den die ewige Profess sein??

  • #2

    Mechthild (Freitag, 17 Juli 2015 18:15)

    DANKE!!!!
    Jetzt geht's :-)