Begegnungen

by Carla Diego
by Carla Diego

Ich mag Italien. Und ich lerne gerne Sprachen, das soll gut sein fürs Gehirn und schön ist es ja auch noch, wenn man sich mit unterschiedlichen Menschen unterhalten kann. 
Vor anderthalb Jahren habe ich durch Sr. M. Johanna eine App entdeckt, mit der man kostenlos Sprachen lernen kann. Und weil ich Italien mag und ja nun auch ein paar Mal mit Schweizer Jugendlichen eben dort war, habe ich begonnen, Italienisch zu lernen. Ich mag den Klang, ich finds nicht so schwer und praktisch war es bislang auch. Weil aber Spanisch wegen meiner Arbeit für "kontinente" noch praktischer ist, lerne ich nun einfach beide Sprachen. Das führt in mir selber manchmal zu Konfusionen, aber ich denke, es hält sich noch in Grenzen. Deswegen lerne ich z.B. auf dem Weg nach Essen in der S-Bahn Spanisch und nicht Italienisch. 

Heute morgen saß also ein junger Mann neben mir in der Bahn, während ich mit meinem Handy Spanisch lernte. Er hatte auch ein Mobilteil dabei, aber was er machte, wusste ich nicht. Kurz vor Ende der Fahrt sprach er mich an: "Ach, Sie lernen Spanisch?" "Äh, ja." "Ja, ich habe da auch so eine App, um Sprachen zu lernen. Die ist total praktisch. Schauen Sie mal." Ich: "Ach, ist ja interessant. Wie heißt sie denn?" Es ist ja nie verkehrt, etwas neues kennenzulernen. Der junge Mann nannte mir den Namen und ich musste aussteigen, nicht ohne, dass ich meine App empfahl.

Auf dem Weg zum Büro schaute ich gleich ganz interessiert nach der genannten App, von der ich mich schon beim kurzen Anschauen gewundert hatte, dass da offensichtlich ganze Lektionen zum Thema Bibel vorhanden waren. Nun ja, im App-Store stellte sich dann heraus, dass dieses Sprachlernprogramm extra von den Zeugen Jehovas programmiert worden ist, damit die Mitglieder besser missionieren können. 
Das dämpfte meine Freude auf eine neue Sprachapp ein bisschen und ich frage mich, ob der junge Mann wohl selber ein Zeuge Jehovas war. Wenn ja, warum empfiehlt er mir seine App? Wenn nein, warum kennt er diese App? Aber egal, ich verbuche das unter einer an sich netten und skurrilen Begegnung, die man so in der S-Bahn erlebt.

Dass es dann aber doch praktisch ist, eine Sprache zu lernen und auch Italienisch zu erlernen, erlebte ich, als ich auf dem Rückweg nach Oberhausen von einem Mann gefragt wurde, ob ich Italienisch spreche. Ich konnte immerhin zaghaft antworten: "Un poco." Und das bisschen reichte aus, um ihm dabei zu helfen, zu seinem Ziel zu kommen. Alles habe ich zwar nicht verstanden, aber so viel, dass ich meine, dass es sich wirklich lohnt, Italienisch zu lernen.

In diesem Sinne: "Buonasera" und "Buenas noches!"

Sr. Kerstin-Marie

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Kommentare: 2
  • #1

    Mechthild (Dienstag, 16 Juni 2015 20:37)

    Wow, alle Achtung, gleich zwei Sprachen auf einmal.
    Und dann noch zu bemerken dass es gar nicht so schwer ist.
    Sie müssen eine blitzgescheite Frau sein.
    Ach ja, und besser sie bleiben bei Ihrer bisherigen App:-)

  • #2

    s.Svenja (Samstag, 20 Juni 2015 11:50)

    Oh, ein neuer blog! Sehr schön! Früher habe ich euch regelmässig bei der op-jugend gelesen, mittlerweile bin ich selber in eine Gemeinschaft eingetreten und stolpere jetzt über den neuen blog. Obwohl ich noch eher zur "Jugend" zähle, werde ich doch ab und zu vielleicht auch hier hinein gucken :)

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