Noviziatspraktikum I: Vechta

Radtour nach Bremen
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Im zweiten Noviziatsjahr stehen für die Novizinnen zwei Konventspraktika an, die dazu dienen, einen anderen Konvent außerhalb von Arenberg kennen zu lernen und zu erleben wie andere Arenberger Dominikanerinnen leben. Für mich ging es in unseren schnuckeligen Zweierkonvent nach Vechta :) 

 

Sr. Kerstin-Marie und Sr. Christina leben hier seit 2020 bzw. 2023 und sind als Lehrerinnen am Kolleg St. Thomas, einem Gymnasium der Dominikaner, tätig. Sr. Kerstin-Marie arbeitet zudem als Berufungscoach (www.suchen-finden-gehen.com) während Sr. Christina Japanisches Heilströmen (www.stroemenundleben.de) anbietet.

Die Brüder und Schwestern leben getrennt, haben aber mit der Schule ein gemeinsames Arbeitsfeld und auch das Chorgebet findet gemeinsam statt. Außerdem befindet sich seit kurzer Zeit das Noviziat der Dominikaner in Vechta. Man merkt vielleicht beim Lesen schon: In Vechta ist immer was los ;-) 

 

Während des Praktikums durfte ich vor allem die Schule, das Kolleg St. Thomas, kennenlernen, d.h. ich bin sowohl bei meinen Mitschwestern als auch bei anderen Lehrkräften mit in den Unterricht gekommen. Da in Niedersachsen bereits das Ende des Schuljahres in Sicht war, wurde inhaltlich nicht mehr so viel gearbeitet, dafür standen aber andere schöne Sachen auf dem Plan, wie z.B. der Wandertag oder das Klassenkonzert, bei dem alle Musikklassen der Schule eine musikalische Darbietung aufführen. Bei der siebten Klasse von Sr. Christina durfte ich kurzerhand beim Auftritt des Stücks "Feuerwerk" von Wincent Weiss am E-Piano sitzen und auch bei den Bläserklassen war es gar kein Problem, dass ich so spontan mit meiner Querflöte mitgespielt habe. Da Sr. Christina und P. Phillipp im schuleigenen Blasorchester aktiv sind, nutzte ich die Zeit des Praktikums, um auch hier mit der Querflöte mitzuspielen. Das hat echt Spaß gemacht. Die Schule prägt also das Konventsleben in Vechta sehr, nicht nur weil die Schwestern und Brüder dort arbeiten, sondern auch wortwörtlich auf dem Schulhof wohnen. Mich persönlich hat die Schule sehr beeindruckt, das nette Kollegium, die lieben Schülerinnen und Schüler, aber auch das Miteinander von Ordensleuten und "normalen" Lehrkräften fand ich sehr schön. Und dann ist es auch schön zu sehen, wie die jungen Menschen dort auch eine gewisse und hoffentlich positive Prägung von "Kirche" "Glauben" "Ordensleben" erleben.

 

Zweimal in der Woche am Nachmittag durfte ich P. Karl zur Nachmittagsmesse ins Altenheim begleiten - das Gegenteil von Schule sozusagen ;-) Da fr. Xaver Maria, der normalerweise die Orgel in den Gottesdiensten spielt, mit dem Noviziat unterwegs war, durfte ich an seine Stelle treten. Nach dem Gottesdienst war ich auch dabei, wenn P. Karl einigen Bewohnern die Krankenkommunion brachte. 

 

Ansonsten durfte ich ganz darin eintauchen, was es heißt in einem kleineren Konvent zu leben und weil dies als junge Ordensleute auf uns zukommen wird, fand ich es super schonmal ein bisschen Zukunftsmusik zu schnuppern. Dabei lernte ich alle möglichen Tipps & Tricks, man könnte auch sagen lifehacks, von meinen erfahrenen Mitschwestern, z.B. wie man ein Kleid faltenfrei bügelt, wieso Wintergas besser als Sommergas ist und wie man den DB Navigator austrickst, um die effektivste Zugverbindung zu finden. Auch wenn ich wirklich gerne im Mutterhaus bzw. Noviziat bin, hat mir die Dynamik eines "jungen" Konvents sehr gut getan. Praktisch war dabei aber auch, dass wir alle drei gerne Fahrrad fahren und das macht im Norden noch mehr Spaß, weil es keine Berge gibt :-) So wurde mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil, die Route für unser Camping-Wochenende zu planen und ich bekam nebenbei professionellen Nachhilfeunterricht in "Wie packe ich meine Fahrradtasche effektiv?" und "Wie reinige ich mein Fahrrad?" Nicht nur das Fahrradfahren, sondern auch die ein oder andere Nordreportage half dabei sich mit dem Umland vertraut zu machen :-) 

 

Ich bedanke mich bei meiner Gemeinschaft für die, meiner Meinung nach, sehr wertvolle Möglichkeit des Noviziatspraktikums und auch sehr herzlich bei den Mitbrüdern für die Gastfreundschaft. Die gemeinsame Liturgie hat mich ein bisschen an meine erste Liebe erinnert, da ich das dominikanische Ordensleben vor allem durch das gemeinsame Stundengebet bei den Brüdern lieben gelernt habe.

 

Am Ende des Praktikums komme ich bereichert wieder nach Hause und auch mein Fahrrad freut sich, dass es um ein paar Reflektoren reicher geworden ist.

 

Sr. M. Clarita

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anja (Mittwoch, 03 Juli 2024 10:18)

    Ein toller Einblick �vielen Dank dafür!

  • #2

    Josiane Reiffenberg-Claude (Dienstag, 16 Juli 2024 14:10)

    Danke liebe Schwester M.Clarita dass sie berichtet haben wie sie ihr Praktikum in einer Schule und das Zusammenleben in einem kleinen Konvent erlebt haben.