Trauermetten

Jetzt, während der Kartage, beten wir morgens die Trauermetten.

Dabei werden die Lesehore und die Laudes miteinander verbunden, so dass wir am Ende fünf Psalmen, ein Canticum und das Benedictus singen. Dazwischen hören wir die Lesungen der Lesehore, die uns hineinnehmen in das Geheimnis des Triduums und die uns verdeutlichen wollen, was wir in diesen besonderen Tagen des Jahres begehen, worauf wir uns vorbereiten, wodurch wir erlöst sind. 

Zusammen mit den Responsorien, dem Invitatorium, Hymnus, Preces usw. verbringen wir so rund 50 Minuten gemeinsam im Gebet.

Für mich ist das die schönste Liturgie des Jahres, weil ich es ganz besonders mag, gemeinsam die Psalmen zu singen. Das ruhige gemeinsame Singen der alten Gebete bringt mich ins Beten. Und ich kann einfach einschwingen in das, was mir durch die Texte angeboten wird. Nie singen wir so viele Psalmen gemeinsam am Stück, so dass ich die Trauermetten besonders genieße, auch wenn sie für mich bedeuten, dass ich mich als Kantorin ziemlich konzentrieren muss. Aber die Konzentration lohnt sich auf jeden Fall, denn auch wenn z.B. in Psalm 22 die Verzweiflung des Betenden zum Ausdruck kommt, macht Psam 147 deutlich, dass wir niemals von Gott verlassen sind. So scheinen in der Stille und Verzweiflung des Grabes am Karsamstag immer die Hoffnung und der feste Glaube daran auf, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und dass die Erlösung schon auf uns wartet. Was für eine Freude!

Die Dauer der Trauermetten, aber auch die Zeit, die wir am Gründonnerstag in der Nachtwache verweilen, die wir uns nehmen, um am Karfreitag in aller Ruhe den Kreuzweg zu beten und die Liturgie vom Karfreitag zu feiern, machen deutlich, meine ich, dass das Gebet und die Feier des Festgeheimnisses in diesen Tagen Priorität hat, auch wenn natürlich klar ist, dass für Ostern alles schön vorbereitet werden soll und auch wenn klar ist, dass in der Küche schon alle möglichen guten Zutaten darauf warten, zu köstlichen Kuchen und Desserts verarbeitet zu werden, um Ostern auch auf diese Weise zu feiern. Zuerst aber kommt das gemeinsame Gebet an diesen Tagen, das ich voll und ganz genieße.

Sr. Kerstin-Marie

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