Advent

Der längstmögliche Advent hat begonnen und wir befinden uns schon in der Mitte der ersten Woche. Wie immer wird die Zeit bis Weihnachten viel zu schnell vergehen und werden längst nicht alle Karten geschrieben und Plätzchen gebacken sein. Aber auch, wenn viel los ist in diesen Wochen - die vorweihnachtliche Feier unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Priorinnennamenstag, Nikolaus, die Feiern der Etagen,... - ist besonders der Beginn des Advents für mich eine spezielle Zeit. Vor acht Jahren bin ich zum 1. Advent in das Postulat aufgenommen worden und wenn wir zum Beginn des Kirchenjahres damit beginnen, die Hymnen und Antiphonen des Advent zu singen, dann merke ich immer wieder die Freude und Aufregung von damals.

Wie es in den ersten Tagen im Mutterhaus und dann in der Schweiz war, wie es war, sich an den klösterlichen Tagesablauf zu gewöhnen und daran, nach dem Aufstehen erstmal zwei Stunden lang nicht zu sprechen, obwohl mir doch so viel auf der Zunge und dem Herzen lag. 

Wie schön, ganz automatisch daran erinnert zu werden und dann zu schauen, was in den vergangenen Jahren alles passiert ist.  Wie unendlich die Welt in dieser Zeit gewachsen ist, wenn ich daran denke, dass ich in diesem Jahr in Bolivien und den USA war und überall und immer auf Familienmitglieder treffe, die alle angesteckt und begeistert sind von der Idee des hl. Dominikus, das Wort Gottes zu verkünden zum Heil der Menschen. 

Von all dem ahnte ich damals im schier unendlichen Schnee in Rickenbach noch gar nichts. Stattdessen wurde mein Horizont Woche für Woche und Monat um Monat erweitert und wird es tagtäglich neu.  Langweilig wird es in unserem Orden auf jeden Fall nie und so freue mich auf all das, was wohl noch auf mich zukommen wird, von dem ich noch nichts ahne.

Ich denke, der Advent kann da, bei allen Feiern und Anlässen, eine gute Gelegenheit sein, zu schauen, wonach ich bei all den Überraschungen so Ausschau halte, auf was ich persönlich noch warte, bei all dem, was mir bereits zugekommen ist. Und wer weiß, was da noch für mich bereit gehalten wird.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine frohe und gesegnete Adventszeit voller Vorfreude auf das Kommende.

Sr. Kerstin-Marie

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