Alle Jahre wieder...

Eigentlich ist die Vorbereitung von Impulsen ja eines unserer "Kerngeschäfte" im Seelsorgeteam von Kloster Arenberg. Die täglichen Morgenimpulse in der Gästekapelle zählen ebenso selbstverständlich zum Angebot des Hauses wie die zweimal wöchentlich stattfindenden Nachtimpulse, so dass kaum eine Woche vergeht, in der nicht einer von uns irgendwann einen Impuls zu halten hätte. Normalerweise geht diese Impulsvorbereitung uns allen relativ leicht von der Hand - nur einmal im Jahr, da wird die sie für unser Team zur Schwerstarbeit - und das ist der Impuls, den wir anlässlich der Adventsfeier für unsere Mitarbeiter gemeinsam gestalten. Stundenlang sitzen wir da manchmal zu viert mit rauchenden Köpfen zusammen, überlegen ein ansprechendes Thema, mit dem wir den Abend überschreiben werden, ringen um die Botschaft, die wir gerne mitgeben möchten, erwägen gefühlt jedes einzelne Wort, entwickeln großartige Ideen, um sie kurze Zeit später wieder zu verwerfen, geben uns nochmal Zeit, ganz neu und anders zu denken usw. usw. Seit ich in Kloster Arenberg arbeite, habe ich es noch nie anders erlebt, als dass der Impuls für die Adventsfeier nach einem unendlich anspruchsvollen Prozess frühestens am Morgen des Tages, an dem er gehalten werden sollte, geboren war.

Wenn ich unser Team in diesen zähen Sitzungen manchmal „von außen“ betrachte, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Normalerweise läuft unsere Zusammenarbeit nämlich das Jahr über ziemlich reibungslos. Wir - das sind unser Chef Dr. Hofmeir (Theologe und Psychologe), Elke Hübers (Paar- und Familientherapeutin), Kaplan Toth (Priester und Mädchen für alles) und ich – könnten unterschiedlicher fast gar nicht sein. Jeder von uns hat seine „Nische“, in der er bzw. sie auf seine Weise gut und ungestört arbeiten kann, keiner nimmt dem anderen etwas, jeder von uns hat eine ganz eigene Art der Verkündigung, die von den Gästen gleichermaßen angenommen wird, jeder von uns lebt sein eigenes Charisma, ohne im anderen eine Konkurrenz zu sehen. Mit anderen Worten: wir ergänzen uns ganz prima. Nur einmal im Jahr eben, da wir unsere Verschiedenheit zur geradezu unglaublichen Herausforderung, wenn wir uns zu viert an einen gemeinsamen Impuls heranwagen, dazu noch für Menschen, mit denen wir Tag für Tag zusammen arbeiten. In diesem Jahr blitzte da bei mir – müde geworden vom vielen Herumdiskutieren - plötzlich der Gedanke auf, es doch einfach sein zu lassen und den Impuls wie sonst auch durch einen von uns vorbereiten zu lassen, um uns dadurch eine Menge Stress zu ersparen. Doch gestern Morgen, als wir nach getaner Arbeit wieder einmal alle vier aus ganzem Herzen sagen konnten: „Gut so!“, da spürte ich, dass uns genau dieses „Einmal-im-Jahr-Zusammenraufen“ für unser Team von großer Bedeutung ist. Plötzlich ist mir bewusst geworden, wie wertvoll es ist, dass wir in diesem gemeinsamen Suchen auch immer eine Menge über das erfahren, was uns persönlich wichtig und heilig ist, was uns auf unserem eigenen Weg mit Gott bewegt und beschäftigt. Mein persönliches Fazit nach

getaner Arbeit also – und das passt auch ganz hervorragend zum Ordensleben: Gemeinschaftliche Prozesse sind zwar oft gruselig anstrengend und kräftezehrend, öffnen aber zugleich auch völlig neue Perspektiven und belohnen am Ende mit einem Reichtum, von dem man nicht einmal träumen könnte, wenn man für sich allein im stillen Kämmerlein säße.

Und so hoffe ich, dass unsere Mitarbeiter beim Adventsgottesdienst gestern Abend genauso viel mitnehmen konnten wie wir in der

Vorbereitungsgruppe und schaue schon jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den November 2016, wo wir – und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche – garantiert wieder mit rauchenden Köpfen leicht angenervt in Kaplans Büro sitzend um jedes einzelne Wort ringen werden ;-)

Sr. M. Ursula

 

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Kommentare: 1
  • #1

    philippe (Montag, 21 Dezember 2015 06:45)

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